Oldenburg „Sie geben einem sooo viel zurück...“ heißt es immer lapidar (und leicht ironisch), wenn die Rede von den Anstrengungen ist, die Kinder ihren Eltern bereiten. „Ja“, möchte man in diesen Tagen der Coronavirus-Krise rufen, „ABER DOCH NICHT DEN GANZEN TAG!“

Es ist, wie es ist, und der Autor dieses Textes hat den Luxus, sich ins Home Office zu begeben – weil die beste Ehefrau von allen mir den Rücken frei hält und sich um den Nachwuchs kümmert – aber ganze Tage mit den Kindern unter einem Dach (oder auch im Garten), ohne dass Ausflüge anstehen, die Kinder bei Freunden, in der Schule, beim Sport oder Musikunterricht sind, können lang werden.

Es ist eine Lose-Lose-Lose-Situation, in der die Erwachsenen ohnehin gestresst sind (denn diese Corona-Lage schneidet auch denjenigen Sorgenfalten auf die Stirn, die nicht vom Virus direkt betroffen sind), die Kinder nicht weniger, weil ihr Bewegungsradius eingeschränkt ist und sie ihre Freunde nicht mehr sehen dürfen. All das zusammen ergibt eine explosive Mischung, als würde man mit Nitroglycerin auf dem Rücken und einer Zyankalikapsel zwischen den Zähnen über ein Kopfsteinpflaster fahren.

Wie lösen wir diese Situation zu Hause auf? Kann man nicht. Aber versuchen geht allemal. Hier ein paar Tipps:

--- DISCLAIMER: Meine Lage muss nicht eure Lage sein! Jeder hat andere Herausforderungen, andere Lösungsansätze! Und schließlich: Nicht alle Kinder und Eltern sind gleich. Jede Jeck is anders. ---

1. Skype / Facetime / Whatsapp Videoanrufe

Die Kinder dürfen ihre Freunde und Großeltern nicht mehr persönlich treffen. Dann machen wir eben das Beste daraus – und treffen sie online. Wir haben noch nie so viele Videoanrufe über Whatsapp, Skype oder per Facetime getätigt wie in diesen Tagen.

2. Schule zu Hause: Ein geordneter Tagesablauf

In den nächsten Wochen wird keine Schule und kein Kindergarten mehr regulär geöffnet haben, machen wir uns nix vor. Umso wichtiger für die eigene Disziplin, aber auch für die der Kinder (und damit auch für das gemeinsame Wohlergehen), sind daher geordnete Tagesabläufe! Meine Frau beginnt jeden Tag mit kleinen „Unterrichtseinheiten“: Sport, Basteln, Kunst, Hausaufgaben – zumindest für ein, zwei Stunden ist für Betätigung gesorgt.

3. Sport vor der Glotze

ALBA Berlins Youtube-Übungen haben der Familie viel Spaß gemacht. Das Training für die Kindergarten-Kinder ist kindgerecht erklärt, und wenn man als eingerosteter 40er mitmacht, spürt man noch Tage danach überall Muskelkater. Wie gesagt: Übungen für KINDERGARTEN-KINDER...

Ähnliches bietet übrigens auch die Ferienfußballschule aus Rastede an.

4. Fußball spielen im Garten und auf der Straße

Die Übungen kann man dann auch im Garten ausprobieren (wenn man einen hat). Aber auch auf der Straße kann der Ball noch fliegen – wenn man zu zweit bleibt. Immerhin sind die Straßen jetzt auch autofreier.

5. Online spielen mit dem Großvater

Wir haben in unserer kleinen Familie darüber gerätselt, wie wir die Kinder mit ihren Großeltern in Verbindung bringen, wo sie sich schon nicht persönlich treffen können. Vielleicht gibt es Online-Spiele, die man miteinander über weite Entfernungen spielen kann, an zwei Smartphones zum Beispiel. Also wird der technisch affine Schwiegervater gefragt, ob er da mal was herausfinden könnte.

Das Ende vom Lied: Der Großvater kauft sich eine Playstation – und nun kann er mit seinen Enkeln am Bildschirm verbunden bleiben.

6. Den Bücher-Vorrat abarbeiten

Es ist Zeit zuzugeben: Wir haben gehamstert. Einen Vorrat angelegt. Viele, viele Blätter sind zusammengekommen. Allerdings keine Klopapier-Blätter, sondern Bücher! Bevor die Schulen geschlossen hatten (was aber absehbar war), haben wir ein paar neue Titel aus der Bücherei besorgt, um für die nächsten Tage Lesestoff zu haben.

7. Eine Schnitzeljagd für die Freunde machen

Unter den Freunden unserer Kinder hat sich ein ganz besonderer Liebesbeweis etabliert: Die Familien gehen raus, verstecken kleine Geschenktüten und verweisen mit Kreidehinweisen auf der Straße auf den Fundort. Bewegung, frische Luft und große Freude allerorten!

Das ist auch bitter nötig. Der beste Freund meines fünfjährigen Sohnes schickte neulich eine Sprachnachricht. Die endete mit einem kurzen Schweigen, gefolgt von den Worten: „Ich vermisse dich.“ Und jetzt hat Papa Pipi in den Augen.

Dies ist ein Beitrag aus „Mann, Kinners“, dem Vater-Blog auf NWZonline.

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