LOHNE Mehr als 4000 Menschen in Lohne verdienen ihr Geld bei einem der neun Kunststoffunternehmen. Diesem wichtigsten Gewerbe der 26 500-Einwohner-Stadt widmet sich ab Freitag, 18. März, das Industrie Museum mit einer Sonderausstellung. „Ich kenne keine vergleichbare Ausstellung, die sich so intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt“, so Museumsleiterin Ulrike Hagemeier. Bis zum 29. Januar 2012 zeigt die Schau den Besuchern die Geschichte des Industriezweiges und die vielen Produkte, die aus dem Werkstoff entstehen.

Nach einer Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens und einem Ausflug in die Kunst kehrt das Industrie Museum zurück zu seinem Ursprung: zur Erforschung der Industriegeschichte in Lohne und in der Region. „Wir haben das Thema Kunststoff lange vor uns her geschoben“, sagt Benno Dräger, ehrenamtlicher Vorsitzender des Industrie Museums. „Seit vier Jahren spreche ich schon mit Zeitzeugen über diese Ausstellung“, ergänzt Hagemeier.

Die konkreten Vorbereitungen dauerten eineinhalb Jahre. „Ohne Hilfe der Unternehmen wäre dies nicht möglich gewesen“, sagt die Museumsleiterin. Die seien auch an der Aufarbeitung der Geschichte ihres Gewerbes interessiert und spendeten daher viele Produkte, Fakten und historische Maschinen aus ihren Archiven und Magazinen.

Zu sehen sind diese Exponate auf 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Fast 40 Ehrenamtliche halfen dem Museum bei der Ausarbeitung der Ausstellung. Finanziell unterstützen die Oldenburgische Landschaft, die EWE-Stiftung, die Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen sowie die Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg das Projekt.

Fünf Bereiche

Die Ausstellung ist in fünf Bereiche aufgeteilt: die Geschichte des Kunststoffs, theoretische Kunststoffkunde, die Präsentation der Werkzeuge und Maschinen, die Geschichte der Lohner Betriebe sowie die Verbreitung der Produkte in alle Welt. Und bei zehn Experimenten kann der Besucher erleben, wie in einem Kunststoffbetrieb gearbeitet wird und welche Kräfte für die Produktion der bunten Plastikteile wirken.

Vom Deoroller bis zur Tüte

Viele Menschen haben heute eine Stückchen Lohne zu Hause: Deoroller, Tüten für die Tiefkühlpommes oder Dosen für Fischfutter sind Beispiele für tausende Produkte, die in Lohne für namhafte Firmen hergestellt werden. Selbst unter den Motorhauben vieler Autos verbergen sich Kunststoffteile aus Lohner Produktionshallen.

Angefangen hatte hier alles vor 65 Jahren. Für die Firma Bramlage bestellte Hans Joachim Taphorn 1946 die erste Spritzgussmaschine. Mit ihr sollten Plastik-Kappen für Korken hergestellt werden. Es folgte ein rasanter Aufstieg dieses neuen Industriezweigs dank cleverer Kaufleute und findiger Ingenieure. Heute boomt das Kunststoffgewerbe nicht nur in Lohne, sondern im gesamten Oldenburger Münsterland.

Zur Ausstellung „Kunststoff verarbeiten“ veröffentlichte das Industriemuseum auch einen 267-Seiten umfassenden Katalog. Darin beleuchten 31 Autoren alle Facetten der Kunststoffindustrie in Lohne und der Region. Außerdem plant das Museum Exkursionen und Vorführungen.

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