Löningen Es sei kein Horrorszenario, wenn kranke Menschen aus Löningen jetzt weit fahren müssten, um einen Arzt zu finden. Die Gruppe Unabhängige für Löningen (UFL), eine siebenköpfige Fraktion im Stadtrat, nimmt sich mit diesen Aussichten ein weiteres unter den Fingernägeln brennendes Thema vor: die Hausarztversorgung in Löningen.

Löningens ärztliche Versorgung mache Sorgen: Es gibt nur noch vier Hausärzte, von denen einer bereits 67 Jahre alt ist. Die Einschätzungen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und des CDU-Bürgermeisters, die jeweils keine Unterversorgung sehen, werde nicht geteilt. Diese sei, so die UFL, nur mit „Kunstgriffen“ möglich: normale Versorgung bei 1671 Einwohnern pro Hausarzt und die Zusammenfassung des Südkreises.

Das sehe nur auf dem Papier gut aus, bleibe aber für die Bürger in Löningen sehr unbefriedigend. „25 bis 30 Kilometer Anfahrt quer durch den Landkreis sind für akut Kranke unzumutbar, wenn nicht gefährlich, vor allem, wenn sie aufgrund der Erkrankung eigentlich fahruntüchtig sind“, klagt Franz Josef Kühne, der stellvertretende Bürgermeister von Löningen. Er habe schon im November 2017 eine Initiative gestartet, um die Lage zu verbessern. Nach einer ersten Sitzung herrsche auch im gegründeten Arbeitskreis Funkstille. Von der parallel ins Leben gerufenen „Gesundheitsregion Altes Amt Löningen“ (GRAAL) gebe es nichts Neues. Kühne: „Was mich besonders wurmt: Anfragen beim Bürgermeister Marcus Willen werden nicht einmal beantwortet.“ Sein Fazit: „Für eine bessere Hausarzt-Versorgung gibt es immer noch keine Perspektive“.

Die UFL-Fraktion wird nun selbst aktiv werden. Sie möchte einen Vertreter der KVN einladen, um mögliche Lösungen der Hausarzt-Krise zu erörtern. Dazu gehöre vor allem auch ein Notfall-Plan beim Ausfall von weiteren Ärzten, wie zuletzt der kurzfristigen Schließung einer Praxis. Zudem müssten Möglichkeiten eines medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) untersucht werden. Nach Änderung der Gesetzeslage und mit realistischen Raumkonzepten könnte Patienten an ihrem Heimatort geholfen werden.

Die UFL hat sich daneben für die nächste Zeit nach der Gründung der Wählergemeinschaft einiges vorgenommen. Die Breitbandversorgung in Löningen mache Sorgen, der Abschied vieler Gewerbebetriebe aus der Hasestadt, die auch damit verbundene enorme Reduzierung der Gewerbesteuereinnahmen und die fehlenden Initiativen für Betriebsgründungen, sowie das zurückhaltende Engagement der Verwaltungsspitze gehörten dazu. Die Tourismusmöglichkeiten wurden bereits untersucht. Jetzt gelte es auch, Löningens raumordnerische Rolle zwischen dem Artland und dem Emsland zu interpretieren. Löningens Lage als Mittelzentrum sei einst auch Führungspersönlichkeiten der CDU zu verdanken gewesen. Die Mehrheitspartei sei bei diesen avisierten Themen aber nicht ausreichend engagiert. Und diese Lücke will die UFL besetzen.

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