BAD HONNEF /RODGAU BAD HONNEF/RODGAU - Sofas sind jahrelang treue Begleiter. Schon allein aus Kostengründen haben sie eine wesentlich höheres Verfallsdatum als Hosen, Röcke und Mäntel. Statt modischer Experimente sind eher klassische Formen und Farben gefragt. Doch in den vergangenen Jahren haben sich Mode und Möbel immer weiter angenähert – und jetzt erstmals gleichgezogen.

Lila ist nicht mehr nur bei Shirts, sondern auch bei Sofas die Trendfarbe der Saison. Accessoires schimmern am liebsten in Gold. Und florale Drucke zählen zu den Muster-Favoriten. „Ich wundere mich auch, dass das plötzlich so schnell geht“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Denn eigentlich haben sich Modetrends auf dem Möbelmarkt bislang immer nur mit einer erheblichen Verzögerung niedergeschlagen.

Im kommenden Frühjahr dagegen blühen üppige Blüten sowohl auf Kleidern wie auf der Couch. Gleiches gilt für Grafisches in Schwarz-Weiß. „Da wird einfach mit dem Romantik-Trend und dem Sixties-Feeling mitgegangen“, so Geismann.

„Die Zyklen haben sich stark angenähert“, bestätigt Jürgen Hopf von der Pressevertretung des Unternehmens Rolf Benz in Nagold (Baden-Württemberg). Für die Hersteller birgt dieses Mitreiten auf der Modewelle aber auch Risiken: Gegenüber Klassikern wie schwarzem Leder besteht bei Modefarben und -materialien die Gefahr, darauf sitzen zu bleiben oder auf den Stoffmessen zu wenig eingekauft zu haben.

Lila in den unterschiedlichsten Abstufungen zählte zu den großen Farbfavoriten auf der diesjährigen Möbelmesse. Bei Pullovern und Kleidern sind Violett- und Beerentöne bereits ein Renner. Ob sie es – wie von den Designern propagiert – bald auch im Wohnzimmer sind, darüber sind sich die Experten nicht einig.

„Lila wird nicht kommen. Schon allein, weil es eine Farbe ist, die Männer nicht mögen“, sagt Anne Jung vom Beratungsunternehmen „Form und Folgen“ in Rodgau. „Lila wird nicht Rot ersetzen. Es ist aber ebenso im Anmarsch wie Blau“, hält Manfred Spörl vom Hersteller Brühl und Sippold dagegen. Ähnlich sieht man es bei Rolf Benz: „Beerenfarben sind ein Trend – von Flieder über Lila bis hin zu Rosttönen“, sagt Hopf.

Ein stärkeres Zusammenwachsen von Mode und Möbeln ist auch bei den Materialien zu beobachten. Ein Beispiel dafür sind die neuen Formstrick-Bezüge für Sofas und Sessel. „Das ist ein Herstellungsverfahren, das aus dem Modebereich kommt“, sagt Jürgen Hopf. Wie ein Pullover oder eine Socke lassen sich die Bezüge einfach über Sitzmöbel ziehen – und erinnern an die derzeit angesagten Schals, Mützen und Pullover in Grobstrick.

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