Mailand (dpa) – Mailands Mode steht seit Längerem in der Kritik. Man erwartet sich von hier mehr frische Impulse – da spielt die Pariser Konkurrenz derzeit in einer anderen Liga.

Aber in puncto Handwerk, Material und Verarbeitung sind die italienischen Designer nach wie vor unschlagbar. Und mit Guccis Alessandro Michele haben sie inzwischen immerhin einen Revolutionär in ihren Reihen.

Wenn am Montag die Mailänder Modewoche zu Ende geht, wird seine Show im Gedächtnis bleiben: Durch einen nachgebauten Operationssaal liefen Models mit Nachbildungen ihrer Köpfe unter dem Arm. Was aber nach wie vor fehlt: der ganz große Durchbruch eines der vielversprechenden Talente, die es hier zweifellos gibt. Die Modetrends, mit denen Mailand in die Saison Herbst/Winter 2018/19 geht, sehen so aus: - POWERFRAUEN: "Jede dieser Frauen ist eine Königin." So kommentierte Donatella Versace den Auftritt der Models in ihrer Show. Auch Labels wie Max Mara, Alberta Ferretti oder Fendi zeigten starke, selbstbewusste Frauen. Zwei Stilmittel: schwarzes Leder und markante Schultern.

- SCHUTZ: Überdimensionierte Steppjacken (Moncler, Marco de Vincenzo), Westen in leuchtenden Farben (Prada), Stulpen über dem Ärmel (Cividini): Schutz ist ein wichtiges Anliegen der Designer. Gegen Wind und Wetter oder die Gefahren des Alltags.

- VOLUMEN: Wollte man auch diesen Trend in Bezug zum Zeitgeist setzen, dann stünde er wohl für eine "Entsexualisierung": Die Stoffe entfernen sich oft weit vom Körper. Es gibt aber auch Korsagen- und Bustierelemente – bei Jil Sander oder Versace. Sie sollen vor allem die Stofffülle bändigen.

- KAROS: Man sah sie überall in Mailand, auf den Laufstegen wie auch in den Showrooms. Von Versaces schottischen Punk-Tartans über klassische Glenchecks bis hin zu Brunello Cucinellis Folk-Interpretationen.

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