BERLIN Lange trugen Frauen, die einer beruflichen Beschäftigung nachgingen und seriös gekleidet sein mussten, mindestens knielange Röcke, die sie mit Bluse und Jackett kombinierten. 1954 entwarf Designerin Coco Chanel auf Basis dessen ihre Kombination aus engem Rock und gerader Jacke ohne Kragen und einreihigen Goldknöpfen: das Chanel-Kostüm.

Dessen schnörkelloser Stil findet sich im Etuikleid wieder, das in den 60er Jahren von Trägerinnen wie der US-Schauspielerin Audrey Hepburn und Präsidenten-Gattin Jackie Kennedy berühmt gemacht wurde.

Lange sah man darin die züchtige Gattin oder die flotte Sekretärin, heute schreibt man es der Bankerin und Betriebswirtin zu, deren Unternehmen einen strengen Dresscode haben. Doch der Zeitgeist hat längst Einfluss auf dieses Bürokleid genommen.

„Alles muss sehr lässig und optimistisch wirken – selbst im Business“, erklärt die Trendexpertin Elke Giese. Auch Elegantes müsse „entspannt“ daherkommen. Wer mag, kann heute daher ein Etuikleid bekommen, das nicht mehr eng am Körper anliegt. Bei den luftigeren Varianten verwischen die Grenzen zwischen weiten Trapez- und Hängerkleidern immer mehr. Die weiblichen Rundungen können mit einem dünnen oder breiten Taillengürtel betont werden

Auch die Stoffwahl hat sich verändert. Lange war der Tweedstoff erste Wahl für Businesskleider und -kostüme. Heute sieht man das Etuikleid auch aus Seidenchiffon oder Viskose, selbst weiches Nappa- und Veloursleder wird verarbeitet.

Doch trotz all der Möglichkeiten, noch immer findet man in den meisten Kollektionen die schlichten Varianten mit dezenten Farben ohne Schnickschnack. Denn das Schlichte lässt sich vielfältig kombinieren und mit dem richtigen Schmuck auch schnell zum Outfit für die Afterwork-Party gestalten.

„Weil es sich eher etwas zurücknimmt, wirken auffällige Ohrringe, XL-Ketten und eine kleine, metallische Clutch-Schatulle besonders edel“, rät Ingo Brack von der Modeschule Esmod in München. „Außerdem lassen sich wunderbar farbige Strumpfhosen kombinieren – das liegt absolut im Trend“.

Den Glamour am Abend verleihen High Heels und Wedges, Ballerinas machen das Bürokleid freizeittauglich. Doch: Während der Arbeitszeit sollte Frau immer noch zu eleganten, aber unauffälligen Schuhen greifen, rät die Stylistin Dagmar Dobrofsky aus Berlin. Sie empfiehlt Modelle mit drei bis vier Zentimeter hohen Absätzen.

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