Betrifft: „Verbotspläne schrecken Biker-Szene auf“ (NWZ vom 29. Juni), und „Biker demonstrieren gegen Fahrverbot“ (NWZ vom 6. Juli)

Einige Aspekte kommen meines Erachtens in der Diskussion um ein Fahrverbot zu kurz. Von dem Ressourcenverbrauch eines einzigen SUV kann man sicher vier bis fünf Motorräder bauen. Gleiches beim Flächenverbrauch in den Städten. Auf der Parkfläche eines Pkw können locker drei Motorräder stehen. Und wenn es an das Verschrotten geht, ist es um ein vielfaches leichter als bei den so hoch gelobten Elektrofahrzeugen.

Der Staat fördert den Zugang zur 125er Klasse, kassiert von allen Motorradverkäufen und der teuren Schutzausrüstung die Steuer, erhält reichlich Kfz- und Benzinsteuer und partizipiert auch an den erlaubten Verkäufen von schaltbaren Auspuffanlagen die zu dem oben genannten Problem beitragen, um dann das Fahren an Sonntagen zu verbieten? Hier läuft doch was falsch.

Seit einigen Jahren fahre ich mit dem Motorrad. An 300 Tagen im Jahr, bei jedem Wetter. Zum Einen wegen der Nähe zur Natur aber auch aus Überzeugung. Meine Frau fährt das Familienauto. Mir stehen zwei Motorräder zur Verfügung. In die Stadt fahre ich solo und nutze gerne die zentralen und kostenfreien Mopedstellplätze der Stadt Oldenburg. Einkäufe mache ich mit dem Gespann. (Das ist ein Moped mit Beiwagen) und im Urlaub wird ein Zelt eingeladen. Diese Gespann ist ein echter Kommunikator und eine Zeitmaschine. Bei fast jeder Ausfahrt werde ich von älteren Mitbürgern angesprochen, die mir mit Feuer in den Augen von ihren Erinnerungen mit dem Moped berichten. Das werden Sie mit keinem Pkw erleben und diese Gespräche möchte ich nicht missen.

Werner Dormann per E-Mail

Ich kann den Unmut der Biker verstehen. Ein Fahrverbot aus Lärmschutzgründen trifft alle Biker kollektiv. Dabei sind es die wenigsten, die tatsächlich mit ihren Maschinen unzumutbaren Lärm verursachen und, nebenbei bemerkt, mit ihrer Fahrweise ihr Leben aufs Spiel setzen. Tatsächlich gibt es in Oldenburg andere Verkehrsteilnehmer, die extremen Lärm verursachen und erheblich zur Gefährdung der Gesundheit beitragen. An erster Stelle möchte ich hier die Busse der VWG nennen, die, wie ein Düsenjet ab morgens fünf Uhr im Halbstundentakt durch mein Schlafzimmer „fahren“ und mich aus dem Schlaf schrecken lassen. Dieser Lärm ist für mich unzumutbar, gesundheitlich bedenklich und muss dringend abgestellt werden, nicht das gemütliche pok-pok der (meisten) Biker. Vielleicht wird irgendwo ein mobiles Messgerät entwickelt, das erhöhte Dezibelwerte erfasst und gleichzeitig blitzen kann. So könnten die tatsächlichen lärmenden Fahrzeuge erfasst werden.

Andrea Schlingloff Oldenburg

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