Betrifft: „Mängel länger bekannt – Lebensmittel: Südoldenburger Fleischfirma seit Monaten im Fokus der Kontrolleure“, Titelseite, 5. November

Eines zeigt Ihr oben aufgeführter Artikel sehr deutlich: Die Lebensmittelüberwachung in unserem Land erfüllt seit dem Skandal über verdorbenes Flüssigei in Nudeln (...) nur noch eine Feigenblattfunktion.

Damals wurde das Land Baden-Württemberg zu einer Schadensersatzzahlung von 13 Millionen Euro verurteilt.

In nachfolgenden Lebensmittelskandalen wie bei Wilke-Wurst und jetzt Fleisch-Krone wussten die Behörden schon längere Zeit von Hygienemängeln und haben aus Angst vor Schadensersatzforderungen keine Warnung an die Verbraucher herausgegeben.

Diese Verhaltensweise führte im Fall Wilke offenbar zu Todesfällen bei Verbrauchern.

Auch in anderen Lebensmittelskandalen kann es zu Todesfällen gekommen sein, ohne dass für den Verbraucher ein Zusammenhang mit Listerien erkennbar war. Die Lebensmittelüberwachung nimmt durch nicht ausgesprochene Warnungen gegenüber den Verbrauchern deren Erkrankung oder Tod billigend in Kauf.

Die von den Landesämtern für Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz geübte Praxis, nur auf den Hersteller einzuwirken, ohne die Verbraucher zu warnen, reicht für die Existenzberechtigung dieser Institute nicht aus.

Hier ist die Politik gefordert, etwas für den tatsächlichen Verbraucherschutz zu tun.

Man kann nur hoffen, dass den Opfern von verseuchten Lebensmitteln von Gerichten ebenso hohe Schadensersatzzahlungen vom Land zugesprochen werden, wie sie an Lebensmittelhersteller erfolgt sind.

Werner Cramer Oldenburg

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