Betrifft: „Marine soll Piraten jagen“, Titelseite, 26. August und 2. Juli

In seltener Einheit von Verdi und Reeder Stolberg kommt die Forderung nach dem Einsatz der Bundesmarine vor der somalischen Küste zum Schutz deutscher Schiffe. Die jetzt gekidnappte BBC Trinidad hat – wenn ich richtig informiert bin – keine deutsche Flagge, keine deutsche Besatzung und ist vermutlich auch nicht in Deutschland gebaut. Aus Kosten- und Steuergründen wird heute alles einschließlich Neubau ins Ausland verlagert.

Aber: ein bisschen deutsch muss sein. Denn wenn es eng wird, kann man sich ja nicht auf den Rückhalt des Staates in der Karibik verlassen. Denn Antigua und Barbuda können sich mit 70 000 Einwohner keine Marine leisten die diese Aufgabe übernehmen könnte. Da soll dann wieder der deutsche Steuerzahler das Portemonnaie öffnen.

Die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu Antigua und Barbuda wirken in diesen Tagen schon beinahe situationskomisch, denn dort heißt es: Piraterie kommt sporadisch vor und Vorsicht mit spontanen Gästen an Bord.

Ralf Bunjes

Oldenburg

F

Bevor sich der Verteidigungsminister um ein Mandat bemüht, sollte er zunächst mitteilen, wer die Kosten für den Einsatz bezahlt. Der geschätzte Unternehmer Stolberg kann die Schiffe der Marine doch chartern und sich mit seinen Kollegen, die den gefährlichen Handelsweg benutzen, die Kosten teilen. Der feine Unterschied ist, dass die erhöhten Transportkosten nicht von jedem Steuerzahler bezahlt werden, sondern nur von den Kunden, die die Waren kaufen.

Nach meiner Einschätzung wären Franz Josef Strauß und Helmut Schmidt als Verteidigungsminister für eine solche Idee, die Marine für die Piratenjagd einzusetzen, nicht zu begeistern gewesen.

Heinz Tenfelde

Oldenburg

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