Betrifft: „Krieg in Afghanistan wird verharmlost“, Meinung, 18. Juni und „Minister Jungs Angst vor dem Wort Krieg“, Meinung, 25. Juni sowie weitere Berichterstattung zu diesem Thema

Karl Feldmeyer hat in seinem Beitrag „Standpunkte: Regierung verschleiert Härte des Kampfes“ sehr deutlich klargestellt, woran es im Afghanistaneinsatz der Bundeswehr mangelt:

Die Politik weigert sich vom „Krieg“ zu sprechen, sondern benutzt Wortakrobatik wie „Stabilisierungsaktionen“.

Die Bürger unserer Republik geben keine moralische Unterstützung, sondern zeigen allenfals freundliches Desinteresse.

Die eingesetzten Soldaten werden in dem feindlichen Feuer ohne stabile Rechtslage alleine gelassen und riskieren bei jedem Einsatz ihr Leben.

Kommt es zu einem Gefecht mit Verletzten und Toten auf beiden Seiten, prüft der zuständige Staatsanwalt eine eventuelle Strafanzeige gegen den Schützen. Trotz dieser Tatsachen ducken sich alle Politiker aller Parteien ständig ab und versuchen sich mit anderen, weniger brisanten Themen zu befassen. Es ist sicher wahlwirksamer einen von Aussterbung bedrohten Singvogel zu schützen als dem Einsatz des Nachbarsohnes in Afghanistan moralische Unterstützung zu geben.

Jochen-Gerd Schulz

Oldenburg

Die Argumentationslogik von Minister Jung ist leider der untaugliche Versuch, der Öffentlichkeit weiszumachen, dass die Taliban durch ihre terroristischen Aktivitäten den Krieg nicht bereits in unsere Öffentlichkeit getragen hätten. Und unsere Bevölkerung muss einsehen, dass unsere Soldaten eben das sind, was sie darstellen: Soldaten, Kämpfer und wo Soldaten eingesetzt werden (wenn sie nicht gerade im Oderbruch Sandsäcke schleppen!) herrscht zumindest ein kriegsähnlicher Zustand. Die Bundeswehr ist nicht die Heilsarmee, das Soldatsein, ob Freiwilliger oder Wehrdienstleistender, kein Job wie viele andere. So bitter es ist, aber Soldaten müssen da ihr Leben riskieren, wo geschossen wird und was in Afghanistan passiert, ist nun mal kein Gesellschaftsspiel.

Erwin Wagner

Hude

F

Schon wieder drei tote Bundeswehrsoldaten. Wofür eigentlich? Diese Frage wurde u. a. auch dem bundesdeutschen Kriegsminister Herrn Jung gestellt. Glaubt Herr Jung eigentlich selber dieses Geschwafel von Wiederaufbau, Stabilisierung und Bekämpfung des Terrorismus in Afghanistan? Auf präzise Fragen hat Herr Jung zwar viel geredet, aber nur altbekannte Phrasen gedroschen. Und wie immer redet er um den heißen Brei, um ja nicht das Wort Krieg in den Mund zu nehmen. Er sollte doch einmal dem Wehrbeauftragten aufmerksam zuhören. Und dieser Minister behauptet auch noch, dass die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung hinter diesem so genannten Friedenseinsatz steht. (...)

Was ist denn schon bisher mit dem enormen militärischen und damit finanziellen Aufwand erreicht worden? Die Akzeptanz in der Bevölkerung geht zurück und die Taliban sind so stark wie zuvor oder gar stärker. Mit nur einigen dieser Miliarden hätte man in der Region mehr erreicht, wenn man es dem Stammesfürsten mit ganz konkreten Auflagen nach und nach überlassen hätte.

Ach, und übrigens sollte Herr Jung doch als Aufbau- und Friedensminister betitelt werden.

Hubert Viertel

Wangerland

F

Das hat der Robbe nun davon. Erst schickt er die deutschen Soldaten nach Afghanistan – nämlich als er noch Bundestagsabgeordneter war. Jetzt, in seiner anderen Funktion, beklagt er, dass dort unten Krieg herrsche und den Soldaten aus der Heimat die Zuwendung fehlen würde. Um die Zuwendung sollen sich die Abgeordneten kümmern, die sie dorthin geschickt haben. Krieg ist da, wo auch Soldaten sind. Da beißt die Maus kein Faden ab.

Wenn nur Brunnen gebohrt werden sollen, dann kann das sicher besser der deutsche Entwicklungdienst.

Gefallene deutsche Soldaten sind der Preis für die „Verteidigung der Freiheit am Hindukusch“. Demokratie, Burka und Stammesälteste vertragen sich nicht miteinander. Raus aus Afghanistan.

Ingo Logemann

Brake

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