Betrifft: „Nazi-Schatten über erstem Landesvater“, Niedersachsen, 12. Juli

Die in der NWZ berichteten Enthüllungen der Göttinger Historikerin Teresa Nentwig über die Rolle von Hinrich Wilhelm Kopf (SPD), dem ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens, beim Raub von jüdischem und polnischem Privateigentum während der Nazi-Zeit, geben dem 1971 verstorbenen Sozialminister Karl Abel (KPD) Recht, der 1948 seinen Rücktritt erklären musste, weil er damals für seine Beschuldigungen gegen Kopf keine ausreichende Beweise hatte.

Vorausgegangen war die Aufnahme Hinrich Wilhelm Kopfs in die Kriegsverbrecherliste Nr. 65 der UN-Kommission zur Erfassung der Kriegsverbrecher UNWCC (United Nations War Crimes Commission). Daraufhin hatte Polens Regierung bei der britischen Behörde in Bad Salzuflen seine Auslieferung beantragt. Das Landeskabinett stellte sich mehrheitlich hinter Kopf, der die Beschuldigungen bestritt. Der KPD-Minister Abel und die KPD-Fraktion im Landtag forderten daraufhin einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Der kam aber nicht zustande, weil der Landtag mehrheitlich kein Interesse an der Aufklärung der Beschuldigungen hatte. Somit musste der KPD-Minister zurücktreten. Das ist alles nachzulesen in den Memoiren des ersten Sozialministers von Niedersachsen, Karl Abel, herausgegeben von Christian Heppner: Als Sozialist und Kommunist unter vier Regimes, Bielefeld 2008. Die jetzt im Nachhinein bekannt gewordenen Tatsachen geben dem KPD-Minister nachträglich Recht. Nicht Abel, Kopf hätte damals zurücktreten müssen.

Hans-Henning Adler Fraktionsvorsitzender der     LINKEN, Oldenburg

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