Betrifft: „Högel-Kollegen angeklagt – Staatsanwaltschaft wirft fünf Ex-Vorgesetzten Totschlag vor“, Politik, 26. September

Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen fünf Verantwortliche des Klinikums Oldenburg Anklage wegen der Morde in Oldenburg und Delmenhorst.

Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Schön, dass es nun endlich soweit kommt!

Als Angehöriger muss ich allerdings folgende Fakten dazu geben: Diese Staatsanwaltschaft wusste bereits 2006 vom begründeten Verdacht, dass es Morde in Oldenburg gegeben hat. Erst 2014 wurde – und nur auf den von uns erzeugten öffentlichen Druck hin – mit den Ermittlungen begonnen. Die inzwischen Angeklagten haben bereits an den früheren zwei Prozessen 2006 (Urteil 2008) und 2014 als Zeugen teilgenommen. Bereits 2008 gab es für alle Beteiligten ganz klare Hinweise auf eine Tatverantwortung, Lügen und Erinnerungslücken der Zeugen.

In der Urteilsbegründung (...) 2008 hielt Richter Bührmann damals fest: „Offensichtlich wollten die Zeugen Professor W. und Pflegedirektorin O. nicht offenbaren, dass sie bereits seinerzeit, als sie sich um die Entlassung des Angeklagten bemühten, den Verdacht hegten, der Angeklagte könnte etwas mit den Krisen der in seinem Umfeld befindlichen Patienten zu tun haben. Nach Überzeugung der Kammer muss dies der tatsächliche Grund für die Entlassungsbemühungen gewesen sein. Anders ist eine so tiefgreifende Maßnahme wie das Anstreben einer Vertragsauflösung unter Hinnahme einer mehrmonatigen Freistellung vom Dienst unter Beibehaltung der Vergütung nicht erklärbar.“ Insofern hätte die Justiz bereits vor zehn Jahren diese Anklage gegen diese Mittäter von Niels Högel machen müssen!

Christian Marbach
Ganderkesee

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