Betrifft: „Wie unbequem darf ein Pfarrer sein? – Kirche: Prälat Peter Kossen hat Vechta verlassen, sein Kampf gegen Ausbeutung in der Fleischindustrie geht aber weiter“, Oldenburger Land, 21. Mai

Jetzt weiß ich, warum der NWZ-Redakteur Krogmann für seine Artikel berühmt und berüchtigt ist: für offenen, ehrlichen und kritischen Journalismus. Auch mal gegen die herrschende Meinung Dinge zu schreiben, die wehtun und für Klarheit sorgen. Dazu gehört natürlich auch ein Thema beziehungsweise ein Mensch, wo es sich lohnt beziehungsweise wo es notwendig ist. Erneut hat der Prälat Peter Kossen mit drastischen Worten die Sklaventreiberei bei den Arbeitsmigranten, die wie Maschinen benutzt werden, beschrieben.

Den profitorientierten Fleischfabrikanten und mit ihnen verbündeten Lumpen hat Kossen die Unschuldsmiene weggerissen. Mit diesen Typen ist die Politik von Berlin über Hannover bis nach Cloppenburg und Vechta gemein. Nur in Sonntagsreden, ähnlich wie die Bischöfe, wird irgendetwas wie Mitleid verströmt.

Ändern werden die jetzt Verantwortlichen nichts, deshalb ist ein unbequemer Pfarrer lebensnotwendig für die Betroffenen. Und für uns Verbraucher muss endlich klar sein, dass wir mit unserer Billig/Geiz-Masche nur dieses System stützen. Leute wie Kossen und Krogmann, macht bitte weiter!

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Ingo Logemann
Brake

Meine Hochachtung für Prälat Peter Kossen und seine Mitstreiter und ein Bravo für die detaillierte Reportage der NWZ (von Karsten Krogmann).

Albert Machalke
Oldenburg

„Wie unbequem darf ein Pfarrer sein?“ lautet die Überschrift, im weiteren Verlauf wird die Frage gestellt, wie politisch Kirche sein darf oder sein muss. Was aber wäre das für eine Kirche, die schweigt, wenn Menschen unmenschlich behandelt werden? Was wäre das für ein Pfarrer, der nichts tut, wenn Menschen systematisch in ihrer Würde verletzt werden?

In solchen Situationen kann Kirche nicht nur politisch sein, sie muss es. Sie muss die Missstände aufzeigen, sie muss dagegen tun, was sie kann. Wenn Pfarrer hinnehmen, dass Menschen ausgebeutet und verschlissen werden, ist eine sonntägliche Predigt über Menschenliebe unglaubwürdig. Kirche existiert nicht im luftleeren Raum, sondern mitten in unserer Gesellschaft. Dort trägt sie Verantwortung und das geht nicht unpolitisch. Wenn die Kirche nicht an der Seite der Schwachen steht, dann verdient sie die Bezeichnung „christlich“ nicht.

Es wird viel über christlich-abendländische Werte gesprochen, und unser gerade 70 Jahre alt gewordenes Grundgesetz setzt in humanistischer Tradition die Würde des Menschen an erste Stelle. Ich bin froh, dass wir Menschen wie Monsignore Kossen unter uns haben, die aus dieser Verantwortung heraus handeln und sich um katastrophale Zustände in der Fleischindustrie immer wieder kümmern. Es müsste – auch und gerade unter Christen – viel mehr solche Menschen geben, dann hätten es die Verursacher der Missstände sehr viel schwerer.

Kreszentia Flauger
Wildeshausen

Danke Herr Krogmann für diesen Artikel. Ein ganz besonderer Dank geht auch an Herrn Pfarrer Kossen, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Geschockt hat mich die Aussage unseres Bischofs, der zwar das Anliegen richtig und wichtig findet, aber gleichzeitig Herrn Kossen eine Art „Maulkorb“ erteilt. Ein Priester solle sich nicht einmischen. Wie bitte? Hat Jesus sich nicht gerade um die Armen und Schwachen gekümmert? Jesus ja, die Amtskirche nicht!

Kein Geld vom Bistum für ein Projekt, das den Arbeitsmigranten helfen soll. Warum wohl? Hat man Angst vor unseren Meinungsmachern in Gesellschaft und Politik? Hat man in der Amtskirche Angst, von den großen Fleischtöpfen ausgeschlossen zu werden?

Ja, gerade die regierenden Parteien hätten schon lange die Gesetze ändern können, wenn sie denn gewollt hätten. Schon lange wissen auch unsere Politiker von der modernen Sklaverei, die nicht nur in der Fleischindustrie vorkommt. Leiharbeiter, Werksverträge, Subunternehmer mit Mafia-Methoden, all das kommt inzwischen auch in vielen anderen Sparten vor.

Es wäre schön, wenn sich unser Land, das sich doch so gerne als christlich und menschenrechtsfreundlich gibt, endlich auch einmal an seine ursprünglichen Werte erinnert. Es wäre schön, wenn wir die Menschen, die hier arbeiten, die hier Steuern zahlen, auch als Menschen behandeln würden und nicht als Menschen 2. Klasse.

Rita Wichmann
Molbergen

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