Betrifft: „’Man kann das Werk vom Autor trennen’ – Literatur: Oldenburger Schriftsteller Klaus Modick zur Debatte über Nobelpreisträger Peter Handke“, Kultur, 23. November

Da mag sich der eine oder andere Leser wohl ein wenig verwundert die Augen gerieben haben, als er das Interview mit Klaus Modick (...) las. Verteidigt der Oldenburger Schriftsteller doch vehement die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Peter Handke mit dem wohl etwas sehr banalen Hinweis, man könne ja das Werk vom Autor trennen. Dann spielt also zum Beispiel das Leugnen des Massakers von Srebrenica, bei dem 8000 unschuldige Männer und Jungen ihr Leben verloren, bei der Vergabe dieser ganz besonderen Literatur-Auszeichnung keine Rolle? Ach ja, Handke hat schließlich eine besondere Beziehung zu Serbien, deshalb muss man ihm wohl ein paar persönliche „Verhaltensstörungen“ nachsehen, auch wenn man das natürlich verurteilt. Aber deshalb soll er des Nobelpreises nicht würdig sein?

Kommt einem da nicht die noch gar nicht so lange zurückliegende Diskussion um den Oldenburger Schriftsteller und Heimatdichter August Hinrichs in Erinnerung? Da hat Modick merkwürdigerweise nicht von einer Trennung von Werk und Autor gesprochen und sich maßgeblich mit dafür eingesetzt, Hinrichs die Ehrenbürgerschaft der Stadt Oldenburg abzuerkennen. Natürlich hat auch Hinrichs in seiner Zeit Texte verfasst, die aus heutiger Sicht nicht akzeptabel sind, aber er war eben insbesondere auch ein Verfasser von überaus erfolgreichen Theaterstücken (...). Natürlich war August Hinrichs nie nobelpreisverdächtig (...), aber das rechtfertigt wohl nicht, dass Modick bei Peter Handke und der höchsten Literatur-Auszeichnung, die es gibt, so überaus großzügige Maßstäbe an Ethik und Moral anlegt.

Wilfried Harms Wiefelstede

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