Betrifft: „Auf dem Weg zum Bronzeportal – Kultur: Förderverein der Schloßkirche Varel will Holztür an Westseite ersetzen – Provisorium seit mehr als 50 Jahren“, Journal-Titelseite, 11. Januar

Es ist sehr ehrenwert und mit viel persönlichem Einsatz verbunden, wenn Herr Klaus Weber als Vorsitzender des Förderkreises „Erhalt der Schlosskirche Varel“ sich für die Neuanschaffung und Gestaltung der abgängigen Holztür des Westportals der Vareler Schlosskirche einsetzt. Eine Vorlage dazu hat ja bereits der renommierte Bildhauer Carl Constantin Weber als Preisträger des dazu 2014 ausgeschriebenen Wettbewerbs geliefert. Auch die Finanzierung durch honorige Kreise und Förderer des Projekts scheint gesichert.

Soweit ist ja alles gut, die Kirche freut sich über eine kostenlose Sanierung ihres Einganges und der Förderkreis setzt sich ein wohlverdientes Denkmal voller Symbolik in dauerhafter Bronze gegossen.

Wie schafft man es eigentlich, statt einer soliden Eichenholztür, wie sie für diesen Eingang wohl repräsentativ genug wäre und für ein Sechstel oder weniger als 250 000 Euro €(Schnäppchen!) zu beschaffen ist, zu ignorieren, was uns die Bronze später zu erzählen hat?

Da muss der Hahn doch schrill krähen, wenn so viel Geld in Bronzeguss die Kirche ziert und herum überall Hilfe vonnöten ist, auch ein Waisenstift zum Beispiel könnte von einer großzügigen Zuwendung profitieren, wo unsere Zukunft wieder auf eigene Füße gestellt werden muss.

Wenn schon so viel Geld lockerzumachen ist, verleugnet man nicht das, was dieses Portal uns eigentlich erzählen soll? Mögen alle Förderer dieses Projekts einst darauf eine Antwort wissen oder glauben diejenigen an den Ablass? (...)

Oltmann Brötje Hatterwüsting

Mit Verwunderung nimmt man zur Kenntnis, dass der Förderverein der Petruskirche Varel den Bau einer Bronzetür für sage und schreibe 500 000 Euro oder mehr anstelle des „unansehnlichen Provisoriums“ in Auftrag geben will. Finanziert durch Spenden und Zuschüsse, versteht sich.

Müssen nicht manchem Stadtvater, der gezwungen ist, seine Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, Bibliotheken etc. zu schließen, weil er sich den Unterhalt nicht mehr leisten kann, angesichts dieser Summe die Augen tränen?

Eine weitere Frage, die sich stellt ist, ob sich solche Ausgaben generell noch rechtfertigen lassen in Anbetracht der Prognose, dass beide großen Kirchen in Deutschland bis 2060 nahezu die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren werden (Stichwort Demografie), wie eine Studie der Uni Freiburg besagt, die die Kirchen selbst in Auftrag gegeben haben.

Marlies Pilinski Varel

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