Da bleibt die Moral auf der Strecke

Bild: Torsten von Reeken
Demonstration (2014) vor einem Schlachtbetrieb bei Cloppenburg gegen den Missbrauch von Werkverträgen und für eine bessere Unterbringung von Arbeitnehmern.Bild: Torsten von Reeken
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Betrifft: „’Schluss mit der Sklaventreiberei’ – Meinung: Flammender Appell: Pfarrer und Arzt klagen Fleischindus­trie an“, Nachrichten, 18. August

Stimmt der Profit, bleibt die Moral auf der Strecke. Wir kennen das, es ist nicht neu. Es ist im Grunde das Konzept unseres Wirtschaftssystems.

Bewährte gesellschaftliche Verabredungen wie sozialverträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen und Löhne, von denen Familien leben können werden hier, aber leider nicht nur hier, aufgekündigt. Statt soziale Verantwortung zu übernehmen, regieren Erpressung, Einschüchterung und Verrohung. Das perverse ist ja noch, dass diese Machenschaften (Arbeitnehmerüberlassung) durch deutsches und europäisches Recht gedeckt wird. Es ist alles zum Kotzen legal, keiner begeht hier eine Straftat.

Es sind ja auch nur Polen, Rumänen und Bulgaren. Jetzt. Noch. Politik und Gesellschaft haben hier mit ihrer Gedankenlosigkeit und Ignoranz auf ganzer Linie versagt. Appelle nützen leider überhaupt nichts, wenn Moral und Anstand in den Herzen und Hirnen dieser „Unternehmer“ bereits total verfault sind, wenn Egoismus und Schamlosigkeit zu akzeptierten Triebfedern des Handelns werden. Das hat das mutige Engagement der Brüder Kossen seit vielen Jahren leider eindrucksvoll bewiesen. Daran sollten wir beim nächsten Einkauf von Wurst und Fleisch denken. Guten Appetit.

Jürgen Steinfurth
Oldenburg

Es hat mich gefreut, dass dieses Thema wieder aufgegriffen wird und gleichzeitig empört, dass dies immer noch und immer wieder nötig ist. Gesetze sind offenbar Schall und Rauch, und Selbstverpflichtungen sollten abgeschafft werden – sie sind ein Hohn!

Ich schäme mich, in einem Land zu leben, wo vordergründig das Theaterstück „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ aufgeführt wird, aber hinter den Kulissen moderne, menschenverachtende Sklaverei betrieben wird, werden kann.

Noch dazu in einer Region, wo die C(=christlich!?)DU bei Wahlen hohe Prozentzahlen erzielt.

Mein Lob und Dank geht an die Brüder Kossen, die unnachgiebig appellieren und an die drei genannten Firmen, die ein positives Beispiel geben.

Ich bin entsetzt und wütend. Ich fühle mich dieser Ausbeutung gegenüber, die offenbar von vielen Institutionen geduldet wird, ziemlich hilflos. Angeblich soll dies ein Land sein, in dem wir „gut und gerne leben“. Ja, ich lebe gut und bin dankbar dafür. Aber gerne? Erst, wenn es allen gut geht.

Margitta Knauf
Bad Zwischenahn

Großen Respekt habe ich vor dem Mut der Gebrüder Kossen! Dinge zu benennen, die Jahrzehnte tabu waren, mit allen Konsequenzen. Ich wünsche mir noch mehr Menschen in Deutschland mit Mut!

Hans-Jörg Janshen
Bad Zwischenahn

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