Betrifft: „Zu viele Zugführer krank – Grippewelle: Verbindungen der Nordwest-Bahn fallen aus – Kampf um Personal“, Titelseite, 30. November

Es reicht! Das, was die Nordwest-Bahn seit letzter Woche auf dem Rücken der Kunden austrägt, zeugt von Dilettantismus. Wenn man ein Unternehmen im öffentlichen Nahverkehr führt, sollte man für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Ob wirklich so viele Zugführer krank sind, sollte man hinterfragen. Als Kommunalpolitiker kann ich nur sagen, dass wir im 21. Jahrhundert mit dem öffentlichen Nahverkehr auf Kriegsfuß stehen. Pünktlichkeit ist wünschenswert, aber nicht gewollt. (...) Die Landes- und Bundespolitik möchten, dass die Bevölkerung mehr auf die Bahn ausweicht, somit den Straßenverkehr entlasten, doch nicht so! Hier im Landkreis Cloppenburg sind wir ja froh, dass wir noch eine Bahnverbindung zwischen Oldenburg und Osnabrück besitzen. Nur die Zuverlässigkeit ist eine andere. Der Schienenersatzverkehr funktioniert ja ebenso wenig. Die Privatisierung des Schienenverkehrs in Deutschland war keine gute Idee. Für Menschen mit Behinderung ist es ein unhaltbarer Zustand, vor allem zu dieser Jahreszeit. Bahnhöfe an der Strecke bieten keine vernünftige Aufenthaltsmöglichkeiten, wenn Bahnfahren krank macht. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus!

Dianna Hömmen
Löningen-Benstrup

Ich bin am Dienstag, 27. November, von Norderney kommend ab Esens mit der Nordwest-Bahn bis nach Sanderbusch gefahren. Die Fahrt verlief planmäßig und reibungslos. Für die Rückfahrt wollte ich den Zug um 13.19 Uhr nehmen (...). Rechtzeitig am Bahnhof Sanderbusch angekommen, Ticket gelöst (7,50 Euro€), gewartet. (...) Dann erschien auf dem elektronischen Laufband die Anzeige: „Der Zug verspätet sich um 5 Minuten“. Aus den 5 Minuten wurden 10, dann 15, 20, 25 und so weiter. Zwischendurch noch der Hinweis, dass der Zug Richtung Wilhelmshaven komplett ausfällt. Mit mir standen andere Personen am Bahnsteig, darunter eine 80-jährige Dame, eine Mutter mit einem einjährigen Kind auf dem Arm sowie ein Herr in einem elektrischen Rollstuhl mit weiblicher Begleitung. Kein Zug in Sicht. Dann setzten alle ihre Hoffnung auf den Zug um 14.19 Uhr, der kam auch nicht. (...) Inzwischen war es 14.30 Uhr und mir war so kalt, dass ich es mit der Angst bekam. (...) Um 14.50 Uhr war dann ein Taxi da, das mich nach Norddeich brachte, so dass ich die Fähre um 16.45 Uhr erreichte. An Bord erfuhr ich dann durch Mitreisende, dass es tatsächlich die letzte Verbindung war, das Schiff um 18.15 Uhr war abgesagt worden.

Dies Erlebnis war das Schlimmste, was ich mit einer Bahn jemals erlebt habe – was ist, wenn jemand das Taxi nicht zahlen kann? (....) Die Verhältnisse erinnern an ein Entwicklungsland in der tiefsten Einöde! Gibt es eine Entschädigung?

Heidi Ipsen
Norderney

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