Lemwerder Die erfreulichen Nachrichten gab es zuerst: „Über eine Rekordeinnahme an Gewerbesteuern konnte sich Lemwerder im vergangenen Jahr freuen“, sagte Bürgermeisterin Regina Neuke in ihrer Ansprache beim Neujahrsempfang am Freitagabend.

Die Kritik kam gleich hinterher. „Diese Wirtschaftskraft der Gemeinde bedingt auch deutlich höhere Ausgaben. An die kommunale Infrastruktur werden andere Anforderungen gestellt: ob Straßen für Mitarbeiter und Zulieferer, den Hafen oder die Kindertagesstätten“, sagte sie. Nach wie vor halte sie den dafür vorgesehenen Finanzausgleichsrahmen für nicht gerecht. „Neben einer hohen Abgabe für Umlagen erleben wir auch, dass immer mehr Fördertöpfe ganz verschlossen sind oder einen sehr niedrigen Fördersatz haben.“ Dieses System müsse überprüft werden.

„Wir werden überreguliert“, konstatierte Regina Neuke. Besonders die Höhe der Kreisumlage sei auf Dauer nicht gerechtfertigt. Diese Diskussion müsse weiter geführt werden.

„Das letzte Jahr endete mit einer traurigen Nachricht – mit der Insolvenz der Firma Carbon Rotec und das Ende für über 400 Beschäftigte in Lemwerder“, merkte die Bürgermeisterin an. „Ob nun Fehler im Management oder politische Rahmenbedingungen, das Ergebnis ist für die Betroffenen gleich.“

Sie appellierte an die Bundes- und Landespolitik, um Unterstützung bei der Aktivierung des Geländes und bei der Neuansiedlung eines neuen Betriebes zu bekommen – es müsse gelingen, auf diesem einmaligen Gelände weiterhin Arbeitsplätze anzubieten und damit neue Chancen für die Beschäftigten zu eröffnen.

Als weitere wichtige Punkte im vergangenen Jahr nannte sie die Themen Schule und Baupolitik. Der Arbeitskreis Schulentwicklung sei aus ihrer Sicht gefangen zwischen kurz- und langfristigen Themen. Raumknappheit, Lehrermangel und der Wechsel von Leitungen hätten es schwer gemacht, neue Wege zu beschreiten.

Noch zu klären sei von der Politik in diesem Jahr, ob die Grundschule in Lemwerder langfristig an einem oder zwei Standorten angeboten werden soll.

Für zwei Personen werde das Jahr 2018 sehr speziell: Dieter Seidel als Leiter der Begu und Rita Naujoks, Leiterin der Kita, werden in den Ruhestand gehen. Beide hätten die Gemeinde und ihre Einrichtungen sehr geprägt.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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