Lemwerder Wenn die Corona-Krise überstanden ist, wird bestimmt einiges anders sein als vorher, sind sich Pastorin Sonja Froese-Brockmann und ihr Kollege Jochen Dallas sicher. Doch wann das sein wird, weiß natürlich niemand. „Unsere Arbeit ist auf Gemeinschaft ausgerichtet. Schmerzlich ist es für uns, dass Gottesdienste nicht mehr stattfinden können“, sagt Sonja Froese-Brockmann. „Doch in diesen Zeiten wird auch deutlich, was trägt und was wirklich wichtig ist“, versucht die Pastorin mit Bezug auf das Evangelium der Krise auch ein wenig Positives abzugewinnen.

Und das ist, wie Jochen Dallas schwärmt, besonders die tolle Gemeinschaft in Lemwerder, die ohne viele Worte einfach zupackt, wenn es darauf ankommt. Diese riesige Hilfsbereitschaft war schon zu spüren, als vor fünf Jahren die Flüchtlingswelle auf Lemwerder zurollte.

Für die Bedürftigen werden von Jürgen Maaß und einem Team von Ehrenamtlichen, das Begu-Mitarbeiterin Martina Seedorf organisiert, Lebensmitteltüten gepackt, um die momentane Schließung der Lebensmittelausgabe Radieschen ein wenig zu kompensieren. Das Rathaus richtete in Zusammenarbeit mit der Begegnungsstätte Lemwerder eine Helferbörse ein. Per E-Mail (helferboerse@begu-lemwerder.de) werden Hilfesuchende und Helfer zusammengeführt.

Telefonanrufe, vielleicht einfach um einmal wieder mit jemanden zu reden, seien auch ihr immer willkommen, betont Sonja Froese-Brockmann. Diese Anrufe hätten jetzt eine ganz andere Bedeutung als zuvor. Jede Begegnung, auch die telefonische, sei schließlich relevant für den Alltag.

Viele neue Wege, um den Kontakt zur Gemeinde aufrecht zu erhalten, entstehen jetzt in der Kirche. „Eigentlich müssen wir unsere Arbeit gerade völlig neu erfinden“, haben die beiden Lemwerderaner Pastoren festgestellt. Dazu gehört auch der Gottesdienst, der immer aktuell im Internet unter veröffentlicht wird. Bei knapp 60 Gläubigen, die nicht online unterwegs sind, landet der direkt im Briefkasten. Bei den Gemeindemitgliedern komme das genauso gut an wie der monatliche Brief, so die Erfahrung der beiden Pastoren, die festgestellt haben, dass die zwangsverordnete Entschleunigung immer neue Kreativität frei setzt, um anderen eine Freude zu machen.

Dazu gehört das Basteln von Engel-Buttons, mit denen beispielsweise den Mitarbeitern von Ärzten oder Supermärkten für ihren Einsatz gedankt wird. Freude verbreitet sicher auch der von einer Floristin aufgestellte Blumenschmuck vor den Lemwerderaner Kirchen, die für ein stilles Gebet unter Einhaltung der Regeln geöffnet sind.


     https://wesermarsch.kirche-oldenburg.de/gemeinden/altenesch-lemwerder/gottesdienste.html?cmd=986 
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