LEMWERDER LEMWERDER/ZIM - Am Sonnabend wurde neben der Moschee am Hansering die letzte von insgesamt sieben Stelen zur Geschichte der Gemeinde Lemwerder aufgestellt. Mit der Stele möchten die Organisatoren allen denjenigen Menschen ein Denkmal setzen, die aus ihrem Heimatland ausgewiesen wurden, geflohen sind oder auswanderten.

Wie die anderen Stelen – sie alle sind im Zuge des Jugendkulturprojektes „Aufwachen – jetzt wird geträumt“ geschaffen worden, besteht Stele Nummer sieben aus sechs Elementen. Jedes Element greift dabei ein Thema auf. So erinnert Element eins an das Kriegsgefangenenlager der Jahre 1944/45. Dieses Lager – auch „Tausendmann-Lager“ genannt – wurde nach Kriegsende (bis 1948) für etwa 2500 deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten zur ersten Bleibe. Element zwei erinnert an den Einmillionsten Gastarbeiter, der 1954 in die Bundesrepublik kam. Überhaupt soll die Stele an die vielen Arbeitskräfte und an ihre Familien erinnern, die in der Wesermarsch heimisch geworden sind.

Alle Themen wurden von Jugendlichen mit Ton modelliert, dann gebrannt und glasiert. „Vielleicht wird der Traum auf dem letzten Element der Stele eines Tages Wirklichkeit, dass jeder Mensch eine Heimat findet, in der er als Gleichgesinnter anerkannt wird – auch wenn er aus einem anderen Kulturkreis kommt“, brachten Jugendliche ihren sehnlichsten Wunsch bei der Stelenaufstellung zum Ausdruck.

Das Fundament der Stele, mit einem stabilisierenden Kunststoffrohr in der Mitte, wurde von Heino Krapp erstellt. Zusammen mit dem Kirchenratsmitglied Werner Ley und dem Friedhofsgärtner Günther Weich montierte er jetzt die Elemente, die er mit Silikon verklebte.

Vertreter der moslemischen Gemeinde zeigten sich sehr erfreut über das Denkmal. Aus ihrer Sicht würdigt das Denkmal die Integrationsbemühungen der Moslems in Lemwerder.

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