Oldenburg /Wardenburg Die Marathonis waren zwischen den vielen Halbmarathon-Läufern oft gut zu erkennen – an den Matsch-Spuren an Hosen und Beinen. Während die Halbdistanz-Absolventen lediglich zwei Runden auf dem durchweg asphaltierten Stadtkurs liefen, hatten die Teilnehmer der 42,195-Kilometer-Strecke auf dem ersten Teil der Strecke sehr abwechslungsreichen Untergrund zu bewältigen, bevor sie sich für die letzten zehn Kilometer auf die Stadtrunde gesellten. „Das war schon sehr crossig“, sagte der zweitplatzierte Matthias Heinken aus Aurich im Ziel: „Manchmal gab es keine Möglichkeit, um die Matsch-Pfützen drumherumzulaufen“. Malte Kleen aus Oldenburg war froh, sich doch „für die Schuhe mit mehr Profil“ entschieden zu haben.

Schlecht fanden beide das nicht. Und auf die Zeiten hatte das bei sonst optimalen Bedingungen auch keinen großen negativen Einfluss.

Sieger Nikas Schröder aus Bremen steigerte am Sonntag sogar seine Zeit vom Berlin-Marathon im September und riss im Ziel am Schlossplatz jubelnd die Arme in die Luft. „Das war ein sehr einsamer und anspruchsvoller, aber schöner Lauf. Am meisten freut mich, dass ich meine Bestzeit von vor drei Wochen verbessern konnte“, sagte Schröder. Die Strecke in der Hauptstadt, die als die schnellste der Welt gilt, hatte er in 2:38:36 Stunden geschafft. In Oldenburg gewann Schröder in 2:38:14 Stunden mit einem Vorsprung von mehr als vier Minuten auf Heinken (2:42:52), der mit seinem ersten „reinen“ Marathon auch sehr zufrieden war. Der Triathlet vom MTV Aurich hatte die Distanz zuvor nur im Rahmen des Ironman-Triathlons in Roth im Vorjahr absolviert – in 3:40 Stunden.

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Auf Rang drei lief Hauke Hansen vom BV Garrel (2:45:11) vor dem schnellsten Oldenburger Dennis Osterfeld (LC Wechloy), der mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:50:31 Stunden zum vierten Mal in Folge in die Top sechs lief. „Ich bin die ersten 17 Kilometer zu schnell angegangen, weil ich sonst alleine hätte laufen müssen. Dann musste ich aber aufgrund von Seitenstichen etwas Tempo rausnehmen“, erklärte er.

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Den dritten Sieg in Serie nach 2018 und 2016 (im Jahr 2017 gab es keinen Marathon) erlief sich Birgit Schönherr-Hölscher. Die gebürtige Delmenhorsterin, die in Oldenburg ihr Abitur gemacht hat, setzte sich in 3:12:53 Stunden durch. Ihr gefiel sowohl der crossige Part als auch die Stadtrunde: „Das war heute eine harte aber schöne Strecke. Das tolle Oldenburger Publikum hat einen dann aber für die Einsamkeit zuvor mehr als entschädigt.“ Auch sie hatte viel Vorsprung auf die Verfolgerinnen Sabrina Timmes (TuS Varrel/3:18:29) und Anita Cordes (SG Lemwerder/3:22:17), die vielen noch als Anita Ehrhardt bekannt ist.

Knapper war der Halbmarathon, den der Vorjahreszweite Fabian Kuklinski (VfL Hannover) in 1:11:24 Stunden vor Yonas Abadi (SG Lemwerder/1:11:53) für sich entschied. „Ich habe mich heute richtig gut gefühlt“, sagte Kuklinski im Ziel: „Bei Kilometer 16 konnte ich mich dann auch von Yonas absetzen.“ Schnellste Frau war Katharina Saathoff (SV Warsingsfehn) in 1:30:39 Stunden.

Einige Minuten vor ihr war Kleen ins Ziel gelaufen, der zwei Stunden vor dem Halbmarathon-Start in Wardenburg losgelaufen war. Nur kurz nach dem Athleten der LSF Oldenburg (3:20:39) kam Rory Ko ins Ziel. Der Mann aus Malaysia bekam eine Extra-Erwähnung von Moderator Heino Krüger – er hatte die Marathon-Distanz in pinken Flip-Flops absolviert. „Das sind die besten Schuhe, die ich habe“, sagte Ko lachend.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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