Rom Der ehemalige Weltrekordler und Olympiasieger über 200 Meter, Pietro Mennea, ist tot. Nach Angaben des Nationalen Olympischen Komitees von Italien (CONI) starb er am Donnerstag im Alter von 60 Jahren nach schwerer Krankheit in einer Klinik in Rom. „Der italienische Sport trauert“, hieß es von Seiten des CONI.

Der aus der apulischen Hafenstadt Barletta stammende Sportler war einer der erfolgreichsten Leichtathleten Italiens und prägte in den 1970-er-Jahren die 200 Meter.

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München holte er acht Jahre später bei den Boykott-Spielen in Moskau (Italien war einer der wenigen Teilnehmer aus Westeuropa) Gold über 200 Meter. 1979 stellte er in Mexiko mit 19,72 Sekunden einen 200-Meter-Weltrekord auf, der 17 Jahre lang hielt.

In Europa war bis heute niemand schneller als Mennea, seinerzeit der erste weiße Sprint-Weltrekordler seit Armin Hary.

Mennea, auch „Pfeil des Südens“ genannt, nahm fünfmal an Olympischen Spielen teil und stellte zwei Weltrekorde, acht europäische und 33 nationale Rekorde auf, wie das CONI schrieb. Dessen ehemaliger Präsident Franco Carraro würdigte ihn als einen „der größten Leichtathleten aller Zeiten“.

Bei allen Sportveranstaltungen in Italien bis zum Wochenende soll es eine Schweigeminute geben. CONI-Präsident Giovanni Malagò sagte alle Termine ab und reiste nach Rom zurück.

Unter Italiens Sportlern genoss Mennea höchstes Ansehen. „Wegen Menschen wie Mennea hat die italienische Fahne auf der ganzen Welt geweht. Seine Leistungen sind für uns unvergesslich“, sagte der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft Gianluigi Buffon. Fecht-Olympiasiegerin Valentina Vezzali erklärte, Mennea sei ein Mythos für eine ganze Generation gewesen. „Er war ein Emblem für ganz Italien und er hat bewiesen, dass der Sport ein wesentlicher Aspekt für unser Land ist. Italien hat eine großartige Person verloren.“

Nach seinem Rücktritt widmete sich der Politologie-Student verstärkt seinem Studium, das die Grundlage für seine zweite Karriere war: Von 1999 bis 2004 war Mennea Abgeordneter des Europäischen Parlaments, wurde dann allerdings nicht wiedergewählt.

Pietro Mennea wird am Sonnabend in der Basilika der Heiligen Sabina am Hügel Aventin in Rom beerdigt. Das teilte die Familie des Verstorbenen mit.

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