Berlin /Garrel Jens Nerkamp ist am Sonntag endgültig auf ganz große Marathon-Bühne gelaufen. In Berlin verbesserte der Langstreckenläufer aus Garrel (Kreis Cloppenburg) nicht nur seine persönliche Bestzeit um mehr als zwei Minuten auf starke 2:14:54 Stunden und katapultierte sich damit auf den dritten Rang der deutschen Jahresbestenliste. Er ließ beim Hauptstadt-Marathon auch alle anderen Deutschen hinter sich und war als bester nationaler Läufer prominent in der ARD zu sehen.

„Ich bin extrem sprachlos“, sagte der 30-Jährige am frühen Sonntagabend im sozialen Netzwerk Instagram: „Ich hätte nie geglaubt, dass ich als Bester Deutscher eine 2:14:54 ins Ziel bringen kann. Es war im Prinzip das perfekte Rennen, das ich mir so erhofft hatte.“ Seine bisherige Bestzeit stand bei 2:17:18 Stunden. „Es sind so viele Eindrücke auf mich eingeprasselt, dass ich einfach überglücklich bin“, sagte der Garreler, der im Vorjahr noch den Oldenburg Marathon in 2:26:44 Stunden für sich entschieden hatte.

Knappe 13 Minuten vor Nerkamp hatte der favorisierte Äthiopier Kenenisa Bekele das Rennen über 42,195 Kilometer in 2:01:41 Stunden gewonnen und war dabei nur zwei Sekunden am Weltrekord vorbeigerannt, den der Kenianer Eliud Kipchoge im Vorjahr an derselben Stelle aufgestellt hatte. Kipchoge war nicht am Start, er versucht am 12. Oktober in Wien in einer konzertierten Aktion mit Tempomachern, als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen. Dieser gälte dann aber nicht als offizieller Weltrekord.

Sieger Bekele schaute nach dem Zieleinlauf hinter dem Brandenburger Tor ziemlich traurig drein, von euphorischen Glücksgefühlen war er weit entfernt. „Ich bin überhaupt nicht glücklich. Es tut mir sehr leid, dass ich den Weltrekord nicht geschafft habe“, sagte der Weltrekordler über 5000 und 10 000 Meter: „Ich weiß, dass ich es drauf habe. Ich gebe nicht auf.“

Bei den Frauen siegte Ashete Bekere aus Äthiopien (2:20:14). Die aus Äthiopien stammende Melat Kejeta, die seit März im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft ist und wie Nerkamp für das Lauf-Team Kassel startet, wusste bei ihrem Marathon-Debüt voll zu überzeugen. Die 27-Jährige lief in 2:23:57 Stunden auf Rang sechs und knackte die Olympia-Norm. „Ich bin froh und sehr stolz auf mich“, sagte Kejeta.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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