Großenkneten „Die Tiere hier sind cool.“ Das ist einhellige Meinung unter den rund 20 Schülerinnen und Schülern der Klasse 5b der IGS Delmenhorst. Einen Vormittag tummeln sie sich auf dem von Landwirt Gustav Wolters gepachteten und bewirtschafteten Hof Bakenhus. Der Biohof ist außerschulischer Lernort und im Eigentum des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV). Rund 120 Schulklassen im Jahr erleben hier Landwirtschaft zum Anfassen und Grundwasserschutz, außerdem zahlreiche Erwachsenengruppen.

Wolters bewirtschaftet auf dem Biohof in Großenkneten (Kreis Oldenburg) rund 190 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. 125 Hektar davon sind Wiesen und Weiden, 65 Hektar Ackerland. Hier werden vor allem Getreide und Kartoffeln angebaut. Aufgezogen werden außerdem rund 160 Rinder und 250 Mastschweine. Deren Fleisch wird auf dem Hof verarbeitet und u.a. im Hofladen verkauft.

„Wir wollen den Besuchern und vor allem den Schülern zeigen, woher eigentlich die Lebensmittel kommen, die sie täglich essen“, beschreibt Gabriele Wollstein vom OOWV, die das Konzept mit zwei Kollegen umsetzt, die Aufgabe. „Denn die Landwirte liefern ja die Grundlage für die Nahrungsmittel, die im Supermarkt angeboten werden.“ Die Besucher sollen Landwirtschaft authentisch erleben: Wie wird gewirtschaftet? Wird auf einem Feld jedes Jahr das Gleiche angebaut? Wie leben die Tiere? Wie werden sie artgerecht gehalten? Wie und womit werden sie gefüttert? „Den meisten Kindern ist gar nicht bewusst, wie viel Futter notwendig ist, um ein edles Produkt wie Fleisch zu erhalten.“ Das gelte ebenso für den Arbeitsaufwand des Landwirts. Wichtig sind Wollstein auch die Themen Nahrungsmittelgesundheit und Klimaschutz.

Eine Unterrichtseinheit dauert etwa drei Stunden, meist am Vormittag. Auf zwei etwa einstündigen Rundgängen lernen die Gruppen den Hof kennen, dazwischen gibt es ein Frühstück, auch mit Produkten vom Hof, und in einer Art Klassenraum theoretische Informationen. „Wenn das Wetter gut ist, sind wir so viel wie möglich draußen im Gelände und bei den Rindern und Schweinen“, betont Wollstein. „Dann machen wir Unterricht zum Anfassen.“

Viele Schüler waren vorher noch nie auf einem Bauernhof, selbst wenn sie in einer ländlichen Gemeinde leben. „Für viele ist es ein ganz neues Erlebnis, Rinder muhen oder Schweine aufgeregt grunzen zu hören“, stellt die 58-jährige gelernte Landschaftspflegerin immer wieder fest, die beim OOWV seit 2001 in der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit tätig ist. Aber die Schüler seien durchaus begeisterungsfähig. „Und ein wenig Chaos gehört auch immer mit dazu.“

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Gewachsen sei in den vergangenen Jahren auf jeden Fall das Bewusstsein für eine biologisch und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft.

Bei den Schülerinnen und Schülern der IGS Delmenhorst ist an diesem Vormittag eindeutig das Füttern der Tiere das Größte – nicht nur der Bullen, sondern auch des Damwildes und der Streichelziegen, die nicht fehlen dürfen. Die Jungen faszinieren auch noch die großen Maschinen. „Nicht selten kennen die sogar die PS-Zahl eines Traktors“, hat Gabriele Wollstein festgestellt.

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