Nethen Woher kommt unser Trinkwasser? Natürlich aus dem Wasserhahn. „Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken, wenn sie den Hahn aufdrehen und bestes Trinkwasser raussprudelt. Wenn sie dann bei uns sind, haben sie oft Aha-Erlebnisse“, hat Heidi Boje-Mühlenbäumer festgestellt. Die Diplom-Pädagogin ist u.a. für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung am Außerschulischen Lernort Wasserwerk Nethen (Kreis Ammerland) des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV/Brake) zuständig.

Im Wasserwerk und auf einem Trinkwasserlehrpfad erfahren die jährlich rund 5000 Besucher, vor allem Schulklassen, mehr über Grundwasser, Wasserförderung sowie Trinkwasseraufbereitung und -verteilung und Wasserschutz im Haushalt. Der OOWV versorgt täglich rund 1,1 Million Menschen mit Trinkwasser, das ausschließlich aus Grundwasser gewonnen wird. „Deshalb ist es so wichtig, besonders die jungen Menschen über die Zusammenhänge zu informieren und für unsere kostbarste Ressource zu sensibilisieren“, erklärt die 56-Jährige.

Dem dient vor allem ein 350 Meter langer Lehrpfad direkt neben dem Wasserwerk. Er wurde vor 20 Jahren angelegt, Anfang 2018 komplett überarbeitet und ist jederzeit frei zugänglich. Schautafeln erklären die Bedeutung und den Weg des Wassers und informieren darüber, was jeder einzelne für den Wasserschutz tun kann. An Mitmach-Modellen können die Besucher das Gelernte praktisch erfahren und begreifen.

„Auch unerwünschte Stoffe wie Mikroplastik, Arzneimittel, Nitrat und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau und privaten Gärten, die das Grundwasser belasten können, sind wichtige Themen für einen nachhaltigen Umgang mit dem Naturgut Wasser“, so Boje-Mühlenbäumer.

Im Wasserwerk wird der Weg des Wassers vom Brunnen bis zum Wasserhahn gezeigt. Fördern, Belüften, Filtern Analysieren, Pumpen – all das lernen nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene hier kennen. „Außerdem haben wir einen Wasserschutzraum und einen Wasser-Experimentierraum“, so die Diplom-Pädagogin. Für den Unterricht in der Schule können Lehrer nach einer kostenlosen Fortbildung einen sogenannten AQUA-AGENTEN-Koffer, eine Lernwerkstatt als Ergänzung zum Unterrichtsmaterial, erhalten.

Analyse, das ist das Thema von Ulrike Biebert-Petermann. Sie leitet das Zentrallabor des OOWV, das auch in Nethen beheimatet ist. „Unsere Aufgabe ist die Qualitätsüberwachung. Wir beobachten, ob Grenzwerte für bestimmte Stoffe im Wasser nicht überschritten werden“, erklärt die Laborleiterin. Um Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und eingreifen zu können, gibt es im OOWV-Gebiet mehr als 2000 Vorfeldmessstellen. Dort laufen verschiedene Messprogramme für über 100 Parameter – vom Nitrat bis zu Arzneimitteln.

„Es geht um den langfristigen Schutz unseres Trinkwassers“, sagen Boje-Mühlenbäumer und Biebert-Petermann. Denn was heute als Regen fällt und ins Grundwasser versickert, wird vom OOWV erst in 30, teilweise sogar vielleicht erst in 100 Jahren gefördert und den Menschen im Oldenburger Land und Ostfriesland als Trinkwasser zur Verfügung gestellt. „Wir denken in Generationen“, sagt die Laborleiterin. „Wasser ist unsere wichtigste Ressource und unersetzlich. Ohne sauberes Wasser geht nichts“, ergänzt die Umweltbildungsexpertin.

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