Oldenburg /Berchtesgaden Austauschprogramm der besonderen Art: Das Stadtmuseum Oldenburg setzt in diesem Jahr mit einem doppelten Ausstellungsprojekt einen 2010 begonnenen, künstlerischen Dialog fort – zwischen Nord und Süd, maritim und alpin. Sieben Gegenwartskünstler aus dem Berchtesgadener Land (Oberbayern), darunter fünf Bildhauer, präsentieren (ab 24. März) rund 120 Werke in der Stadt. Im Gegenzug stellen sechs Oldenburger Künstler (ab 6. Juli) in Schloss Adelsheim/Heimatmuseum Berchtesgaden aus.

Fünf Bildhauer

„Der Süden im Norden“ und „Der Norden im Süden“ sind beide Ausstellungen sinnigerweise überschrieben. Initiator des Projekts ist der ehemalige Vorsitzende des Oldenburger Kunstvereins, Peter Reimers, der in Berchtesgaden ein Haus besitzt. Den Anfang des Dialogs – wenn auch ein noch etwas einseitiger – machte Klaus Beilstein, der einige Zeit im Haus von Reimers logierte.

Die dort entstandenen Arbeiten zeigte er in der Ausstellung „Süd/ Nord-Gefälle“ – sowohl in Schloss Adelsheim als auch in der Oldenburger Galerie „kunstück“. In ihr stellte er norddeutsche Motive den oberbayerischen gegenüber – etwa schwarzbunte gegen braungefleckte Kühe, jeweils 36 Variationen der gleichen Ansicht vom Watzmann und von der Steilen Wand in Sandkrug. Die Schau sei hier wie dort auf große Resonanz gestoßen, sagt Dr. Sabine Isensee, Leiterin für Bildende Kunst am Stadtmuseum.

Auch von der Fortsetzung versprechen sich die Initiatoren spannende Einblicke in die jeweils andere Kunstszene. Die in Berchtesgaden sei „klein, aber fein“, sagt Isensee, die gemeinsam mit Reimers in Berchtesgaden die Künstler in ihren Ateliers besuchte und auswählte. Nach Oldenburg kommen fünf Bildhauer, die alle an der traditionsreichen Berchtesgadener Schnitzschule ausgebildet wurden.

So zeigt etwa Felicia Däuber abstrakte Holzskulpturen, die sie mit der Kettensäge bearbeitet hat. Ihr Mann Norbert Däuber, Direktor der Schnitzschule, arbeitet dagegen figürlich, etwa in einer Sequenz zum biblischen Adam. Daneben finden sich Objekte und Materialcollagen von Martin Rasp – darunter fragile Flugobjekte –, die aus Fundstücken gefertigt sind, mythische Geschichten in Bronze und Gips von Elisabeth Sebold und Plastiken von Friedrich Schelle, aus denen viel Humor spricht, etwa aus seinen schuhplattelnden Zwergen aus Ton. Ergänzt wird die Schau um Malerei von Dieter Barth und Siegfried Gruber.

Tonne Salz verarbeitet

Für die Ausstellung in Berchtesgaden wurden sozusagen die Klassiker der Oldenburg Kunstszene ausgewählt: Udo Reimann (Skulptur), Helmut Lindemann (bewegliche Skulpturen), Martin McWilliam (Keramik), Thea Koch-Giebel (Malerei), Jub Mönster (Malerei) und Bärbel Hische (Installation).

Letztere ist eigens nach Berchtesgaden gereist, um sich vor Ort inspirieren zu lassen. Das historische Salzbergwerk war schließlich der Auslöser für ihre Arbeit „Schattenweiß“, in der sie fast eine Tonne Salz verarbeitet hat.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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