BERLIN Aus der Erinnerungsstätte zur Blockkonfrontation im Kalten Krieg und zur Überwindung der europäischen Teilung 1989/90 könnte am Berliner Checkpoint Charlie doch noch etwas werden. Schon im nächsten Jahr soll eine Infobox auf dem Areal stehen. Für eine Machbarkeitsstudie sei Geld vorhanden und für die Grundausstattung des geplanten Zentrums Kalter Krieg gebe es Hoffnung auf Lottogelder, berichtet der deutsch-amerikanische Historiker Prof. Konrad Jarausch. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) habe bereits seine Unterstützung signalisiert.

Jarausch gilt als Spiritus Rector der Planungen. Der frühere Direktor des Zen­trums für Zeithistorische Forschung Potsdam ist Vorsitzender eines Anfang November gegründeten Fördervereins, der sich aus namhaften Zeitgeschichtlern und Ausstellungsexperten zusammensetzt. Die Vereinsgründung war späte Folge eines Aufrufs des früheren DDR-Außenministers und SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Meckel aus dem Jahr 2008, an der einstigen Nahtstelle zwischen Ost und West eine wissenschaftlich fundierte Erinnerungsstätte zu gründen.

Zu den Unterzeichnern gehörten damals u.a. die früheren Außenminister der Bundesrepublik und Polens, Hans-Dietrich Genscher und Wladyslaw Bartoszewski, ihre einstigen US-Amtskollegen James Baker und Lawrence Eagleburger, Tschechiens Ex-Präsident Vaclav Havel sowie der ehemalige SPD-Chef Hans-Jochen Vogel.

Die Räumlichkeiten für das geplante Zentrum soll ein irischer Investor bereitstellen, der an dem einstigen Kon­trollpunkt zwischen dem amerikanischen und dem sowjetischen Sektor in Berlin ein seit langen Jahren brachliegendes Grundstück bebauen will. Er habe auch Unterstützung zugesagt. „Bei den Verhandlungen geht es um 3000 Quadratmeter für das Museum“, sagt Jarausch.

Wie die Finanzierung aussehen soll, ist noch offen. Die Idee zu einer Erinnerungsstätte am Checkpoint Charlie gibt es schon seit Jahren in Berlin. Sie gehöre auch nach wie vor zum Gedenkstättenkonzept des Senats, sagt der Sprecher der Kulturverwaltung, Torsten Wöhlert. Im Landeshaushalt 2011 sei dafür allerdings kein Geld bereitgestellt.

Ein privates Mauermuseum lockt bereits seit Jahr und Tag große Besucherscharen an die Kasse. Schätzungen gehen von etwa 700 000 im Jahr aus. Historiker nehmen das wilde Sammelsurium teils bizarrer Exponate aber nicht wirklich ernst.

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