FRANKFURT /MAIN Am Dienstagabend wurde die 60. Frankfurter Buchmesse eröffnet. Im Kongress-Center sprachen unter anderen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der türkische Präsident Abdullah Gül sowie der türkeikritische Autor und Nobelpreisträger Orhan Pamuk.

Die Messe läuft bis einschließlich 19. Oktober. Sonnabend und Sonntag sind allgemeine Publikumstage, jeder hat dann Zutritt, nicht nur das Fachpublikum. Ehrengast ist in diesem Jahr die Türkei, die angeführt von Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk etwa 250 Autoren nach Frankfurt schickt.

Ein Thema auf der Messe ist diesmal auch das sogenannte E-Book. Unternehmen wollen neue elektronische Lesegeräte vorstellen, die im Ausland zum Teil schon erhältlich sind. Branchenexperten gehen davon aus, dass das E-Book auf dem deutschen Markt bis 2015 einen Anteil von zehn bis 15 Prozent erzielen könnte.

Auf dem größten Branchentreff sind bis Sonntag über 7373 Aussteller (Vorjahr: 7448) aus mehr als 100 Ländern präsent. 401 000 Titel (Vorjahr: 391 000) werden präsentiert. 1000 Schriftsteller lesen auf über 2500 Veranstaltungen.

Zu den Autoren, die ihre Werke vorstellen, gehören Rafik Schami, Raoul Schrott, Günter Grass, Ingrid Noll und Uwe Timm. Peter Härtling hat ein feines Buch über die Beziehung von Großvater und Enkel geschrieben. Joachim Kaiser (79), einer der letzten Universalgebildeten der Republik, lässt mit Hilfe seiner Tochter sein Leben Revue passieren. Der Titel des lesenswerten, indes durch Kritiken gestreckten Bandes: „Ich bin der letzte Mohikaner“.

Oswalt Kolle, kürzlich 80 geworden, blickt in seinen unterhaltsamen Memoiren „Ich bin so frei“ auf sein aufklärerisches Leben zurück. Die beliebte Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek legt einen Roman über eine Schriftstellerin vor, die den Tod ihrer Tochter verkraften muss („Im Fluss des Lebens“).

Florian Langenscheidt aus der bekannten Verlegerfamilie verfasste eine Anleitung zum Genießen: „Wörterbuch des Optimisten“. Unvermeidlich: Auch Dieter Bohlen, vor Jahren unter die Autoren gegangen, besucht Mainhattan. Der Sänger, Juror und Pop-Produzent stellt auf 448 Seiten den „Bohlenweg“ vor. Der Untertitel sagt viel aus: „Planieren statt Sanieren“.

Infos: www.buchmesse.de

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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