Wilhelmshaven Mit einer Auswahl von Werken der vergangenen sieben Jahre begeht Hartmut Wiesner sein Jubiläum. Großformatige Malerei und kleine Zeichnungen auf Holzplatten sowie einige Skulpturen lassen einen Einfallsreichtum erkennen, der in den Bildern wild wächst. Angeregt wurde der Künstler schon als Kind, das gelegentlich im Stadttheater hinter der Bühne spielen durfte. Auch in manchen seiner späten Bilder lassen sich Bühnensituationen erkennen.

Die Voraussetzung, Sicherheit im Zeichnen und Malen von menschlichen Gestalten, Tieren und Gegenständen bis hin zu engen Zimmer- und weiten Landschaftsräumen hat Hartmut Wiesner während des Studiums an der Kunsthochschule in Hamburg bei so prominenten Professoren wie Paul Wunderlich, Allan Jones und David Hockney erfahren. Die permanente Beschäftigung mit Farben und Form haben ihn zu einem perfekten Techniker gemacht.

Aber das ist nur ein Teil seiner Fähigkeiten: Er kann im selben Bild plötzlich umschwenken und Wände wie unfertig wirken lassen. Deuten seine menschlichen Gestalten einerseits eine erzählbare Handlung an, wenn sie mit dem Pferdewagen Flugzeugtrümmer transportieren, auf einem Seil über einem afrikanischen Dorf balancieren oder andere Menschen vor der Leinwand bedrohen. So können andere bewegungslos vor einem Gebirge wie vor einem Schaufenster stehen – was sich mit dem bezüglich Ort und Wetter unglaublichen Geschehen zu einem surrealistischen Motiv verbindet. Der Betrachter erkennt Handlungen, aber der Künstler untergräbt ihren Sinn, was die Bilder spannend macht.

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Eine Zeichnungsserie, Bleistift auf kleine Holzplatten, zeigt Wiesners Beschäftigung mit dem für Wilhelmshaven wichtigen Architekten Fritz Höger, dessen Kopf auch in Bronze gegossen ist, und Walter Gropius. Er konfrontiert die beiden nicht, er zerlegt sie, indem er nur kleine Teile, eine Hand, einen Arm, die Fliege oder ein Utensil auf einer Platte zeichnet. Aber auch einige ihrer Werke werden skizziert und dabei der künstlerische Unterschied deutlich gemacht zwischen dem heimatlich orientierten Architekten und dem Gründer des Bauhauses.

Die Holztafeln lassen sich nicht zusammensetzen, sie lösen aber beim Betrachter im Kopf Bilder von Gesten und Haltungen aus, die aus Details Ganzheiten entwickeln. Das ist es, was der Künstler will. Das wird eine Herausforderung bei den großen Nägeln, die Hartmut Wiesner einerseits aus Papier formt und schon in der Lambertikirche ausgestellt hatte, andererseits auch zeichnet. Im Unterschied zur Realität sind sie alle verschieden, wie auch die Lanzenspitzen und die Wildschweinborsten – weiterer Beleg für den Reichtum, den Verschiedenheit auslöst.

Bilder überraschen mit präziser Darstellung, hintergründiger Sinngebung und einer mit bevorzugt dunkler Farbigkeit ausgedrückten Empfindsamkeit.

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