Frage: Pastor Ewald, die Zahlen der kirchlichen Taufen gehen leicht zurück. Kennen Sie die Gründe?

Ewald: Das hat zunächst etwas mit der Bevölkerungsentwicklung zu tun. Der Hauptgrund für den Trend ist, dass es weniger Kinder und dementsprechend eine sinkende Zahl von Taufanmeldungen gibt. In unserem Stadtteil stammen die Familien mit mehr Kindern oft nicht aus Deutschland, sind Moslems oder gehören keiner Kirche an.

Frage: Kann es sein, dass es auch finanzielle Gründe gibt, weil die Kosten für ein Tauffest zu hoch sind?

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Ewald: Es ist sicher richtig, dass viele Familien genau rechnen müssen. Aber auch diejenigen, die nur wenig Geld haben, wissen, dass Tauffeiern nicht teuer sein müssen. Eher haben manche ein Problem damit, einen christlichen Taufpaten in der Familie zu finden. Das gilt ganz besonders für die so genannten Patchwork-Familien.

Frage: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?

Ewald: Offenbar gibt es einen Trend zu späteren Taufen. Manche Familie lassen Jahre verstreichen, bevor sie darauf kommen, sie könnten ihr Kind ja taufen lassen. Oft sind es dann Anstösse von außen, die dazu führen. Taufen in speziellen Kindergarten-Gottesdiensten sind häufig ein solcher Auslöser. Für die Kirchengemeinden wird es deshalb immer wichtiger, solche Anlässe zu schaffen. Dazu könnte auch die Einladung zum Konfirmationsunterricht an ungetaufte Jugendliche gehören – oder nur ein einfaches Erinnerungsschreiben.

thema: Trends in der Kirchenbindung

Rainer Ewald, Pfarrer in der

Kirchengemeinde Wilhelmshaven-Bant

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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