Oldenburg Ein „Shanty-Man“ lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Und ein „Shanty-Man“ ist der Oldenburger Heiko Hillmer durch und durch. Deshalb ist er auch optimistisch, dass sein großer Plan aufgehen wird und der Shanty-Gesang in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird.

Viele Seiten ist der Antrag lang, auf dem Geschichte und Gegenwart des Shanty-Gesangs vorgestellt und die besondere Bedeutung des speziellen Liedguts begründet wird. Mehrere Fotos sowie zwei Empfehlungsschreiben kompetenter außenstehender Persönlichkeiten gehören mit zur Bewerbung, die Heiko Hillmer in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der International Shanty and Seasong Association (ISSA) gestellt hat.

145 Shanty-Chöre in ganz Deutschland sind Mitglied dieser Vereinigung. Insgesamt wird die Zahl der deutschen Shanty-Chöre auf 300 mit etwa 7800 aktiven Sängern geschätzt. Auftritte gibt es nicht nur bei eigenen Konzerten sowie Firmen- oder Familienfeiern, sondern auch bei speziellen Festivals.

Dabei ist die Shanty-Kultur durchaus auch gefährdet. Viele Menschen wissen nicht recht, welchen Ursprung die Arbeitslieder der Seeleute auf den Windjammern hatten. Sie verwechseln allgemeine Seemannslieder mit der speziellen Shanty-Form.

Gerade aktuell, so Heiko Hillmer, der selbst im Shanty-Chor Oldenburg singt, ist eine Kommerzialisierung der Shanties zu beklagen: „Professionelle Gruppen nehmen eine Shanty-Melodie, schreiben einen anderen Text dazu und haben damit Erfolg – und nur Eingeweihte wissen, dass dieses Lied mit dem Ursprung nicht mehr viel zu tun hat.“

Zur Pflege der Shantys bietet die ISSA auf ihrer Internetseite eine riesige Lieder-Bibliothek an. Außerdem werden regelmäßig Seminare für Shanty-Sänger organisiert, auf denen Hintergrundwissen vermittelt wird.

Alles in allem glaubt „Shanty-Man“ Hillmer fest daran, das sein Antrag im April aus Niedersachsen weitergegeben wird.

Insgesamt gibt es acht Anwärter, von denen im April zwei Vorschläge an die Kulturministerkonferenz gehen werden. Zu den weiteren Bewerbern gehört nicht nur das Grünkohlessen, sondern auch das Niederdeutsche Theater oder der Blaudruck aus Jever.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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