Oldenburger Land /Hamburg „Dat du mien Leevsten büst, dat du woll weeßt. Kumm bi de Nacht, Kumm bi de Nacht, segg, wo du heeßt.“

Das wohl bekannteste niederdeutsche Lied, übersetzt „Dass du mein Liebster bist“ – hat man irgendwie schon oft gehört. Nicht aber so wie am Donnerstagabend in der Hamburger Barclaycard Arena neben dem Volksparkstadion. Doris Vetter steht in silberner Glitzer-Jacke auf ihrem Podest und dirigiert einen Chor von 6000 Kindern aus rund 100 norddeutschen Schulen. „Young Voices“ (siehe Infokasten) ist in Hamburg.

Der aus dem Fernsehen bekannte Moderator Yared Dibaba spricht vom weltweit größten Chortreffen. „Ein Chor aus 6000 Kindern, das ist Weltrekord“, ruft der 47-Jährige den Kindern und rund 8000 Eltern, Großeltern, Freunden, Verwandten und Bekannten der singenden Kinder zu.

Er sei extra aus Äthiopien nach Deutschland gekommen, um zu helfen, die plattdeutsche Sprache zu erhalten, betont der einwandfrei platt schnackende Dibaba, der in Ganderkesee-Falkenburg (Landkreis Oldenburg) aufgewachsen ist. „Dat du mien Leevsten büst“ aus 6000 Kinderkehlen – das geht unter die Haut.

Lautstark singen auch 78 Kinder aus Dibabas früherer Heimatgemeinde Ganderkesee mit. Der Schulchor der Grundschule Dürerstraße unter der Leitung von Lehrerin Andrea Andrianova hatte sich am Morgen mit zwei Bussen auf den Weg in die Hansestadt gemacht.

Über Young Voices

Die Young Voices Kinderchöre reichen von 5000 bis 6000 gemeinsam singenden Kindern – ein unvergessliches Erlebnis für alle Teilnehmer. In Großbritannien sind die Konzerte bereits seit 20 Jahren ein voller Erfolg.

Das Programm fördert grundlegende musikalische Kompetenzen – Rhythmusgefühl, Melodiesicherheit, musikalischen Ausdruck und den richtigen Umgang mit der eigenen Stimme.

    www.youngvoices.co.de

Monatelang hatten die Kinde aus Ganderkesee, wie auch die vielen anderen Schulchöre aus der Region und ganz Norddeutschland, sich auf ihren großen Auftritt in Hamburg vorbereitet. Und bei der Generalprobe am Nachmittag, bevor die aufgeregten Eltern am Abend ihren Nachwuchs im „weltgrößten Kinderchor“ singen hören, gibt es für die jungen Sängerinnen und Sänger zwischen acht und zwölf Jahren noch eine ganz besondere Überraschung: Der Musiker Tim Bendzko kommt höchstpersönlich in die Halle, um mit den Kindern noch einmal sein Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ zu üben.

Das Lied kommt am Abend wieder. Zwar ohne Tim Bendzko, aber mit 6000 Kindern, die sich in die Herzen des Publikums singen – auch mit Titeln wie „We will rock you“ von Queen, „Lieblingsmensch“ von Namika und einem Pop-Medley, das von „Herz über Kopf“ von Joris über „Bye, Bye“ von Cro, „Bauch und Kopf“ von Mark Forster bis eben „Nur noch kurz die Welt retten“ reicht. Auch das Ave Maria beherrscht der Mega-Chor, der diesen Abend zu einem echten Erlebnis macht. Die Eltern sind verzückt von ihren Kindern, die sie in der Ferne der riesigen Halle nur erahnen können. Irgendwo dahinten singt inmitten des Mega-Chores auch das eigene Kind mit. Smartphones gehen in die Höhe, machen Fotos und Filmaufnahmen, das Publikum kriegt Gänsehaut, manchen Eltern kullern die Tränen der Rührung nur so die Wangen runter.

Selbst die aus dem „The-Voice-Kids-Finale“ bekannte neunjährige Magdalina aus Hamburg bescheinigt den „Alsterfröschen“, den Schulchören aus Kronsberg, Brunsbüttel und Zeven – sogar von Sylt ist einer dabei – sowie aus Bremerhaven und natürlich aus Ganderkesee: „Ihr seid der Hammer!“ Wie recht sie doch hat.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.