OLDENBURG Mehrere Stunden tagten Verwaltungsrat und Senat der Stiftung Niedersachsen am Montag im Oldenburger Schloss, bevor am Abend bei einem Empfang im Großen Sitzungssaal des Alten Ratshauses über die Beschlüsse informiert wurde.

Staunend erfuhr dort Jutta Moster-Hoos, die wissenschaftliche Leiterin des Oldenburger Horst-Janssen-Museums, dass sie nun mit Unterstützung der Stiftung die „Sammlung Jacobsen“ ankaufen kann. Begeistert kommentierte die Museums-Chefin die Entscheidung gegenüber der NWZ: „Das ist einfach ganz toll. Birgit Jacobsen, eine langjährige Lebensgefährtin Janssens, hat ganz viele künstlerische Archivalien gesammelt – Briefe, Tagebucheintragungen, Entwürfe für Bücher, einige Zeichnungen, kleine Objekte. Damit können wir ganz viel forschen – aber auch ausstellen.“

Das zweite Oldenburger Vorhaben, das die Stiftung unterstützt, ist ein ehrgeiziges Projekt zum 125. Geburtstag des Oldenburger Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers im kommenden Jahr. Mit der Stiftungsförderung wird eine zeitgenössische Kunstausstellung zum Jaspers-Wirken finanziert, in der eine Skulptur des in Berlin lebenden dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson eine wichtige Rolle spielen soll.

Stiftungspräsident Dietrich H. Hoppenstedt unterstrich bei der Vorstellung der Projekte die enge Bindung der Stiftung an das Oldenburger Land, zumal sie vor 20 Jahren wesentlich aus dem Verkauf von Landesanteilen an der Oldenburgischen Landesbank (OLB) entstanden ist. Hoppenstedt erwähnte auch seine eigene Erinnerung an Oldenburg, wo er in der Lamberti-Kirche den kleinen Orgelschein gemacht habe.

Stadtrat Martin Schumacher hatte die Stiftungsvertreter zuvor im restaurierten Ratssaal begrüßt und die Bedeutung von Kunst und Kultur herausgestellt: „Das ist das, was später von uns bleibt.“

Zu den Beschlüssen des Stiftungs-Senats gehört auch die Förderung des Museumsprojektes Kalkriese (Varusschlacht) bei Osnabrück.

Die Stiftung widmet sich insbesondere der Förderung Von KUnst und Kultur

Gegründet wurde die Stiftung Niedersachsen vor 20 Jahren vom Land Niedersachsen und ist mit Vermögen (45 Mio. Euro) ausgestattet. Sie hat die Aufgabe, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur im Land Niedersachsen zu fördern und damit zur „Entwicklung des Landes im Interesse des Gemeinwohls“ beizutragen.

Ihre Projektförderung widmet die Stiftung insbesondere der Kultur und deren Wissenschaften sowie der kulturellen Bildung und Vermittlung. Schwerpunkte der Förderung, bei der die Stiftung der Qualität verpflichtet ist, sind Struktur bildende Maßnahmen und Vorhaben, die zur Stärkung des Standorts Niedersachsen beitragen.

Die Stiftung ist Treuhänderin für unselbstständige Stiftungen. Sie bietet an, privates, auf Gemeinwohl bezogenes Engagement kompetent zu betreuen.

Ihren Sitz hat die Stiftung im Künstlerhaus Hannover. Präsident ist Dr. Dietrich H. Hoppenstedt, Generalsekretär Dr. Dominik Freiherr von König.

Dem 20-köpfigen Senat der Stiftung gehören derzeit sieben Senatoren aus der Region an: Prof. Dr. Karlheinz Altendorf (Osnabrück), Dr. Jan B. Berentzen (Haselünne), Hans Eveslage (Barßel), Reinhard Köser (Oldenburg), Dr. Walter Schulz (Emden), Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert (Osnabrück) und Lutz Stratmann (Oldenburg).

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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