CLOPPENBURG CLOPPENBURG /BOM - Das Geheimnis der Braut von Fikensolt ist nicht gelüftet. Wohl aber die Frage, wer die Dame auf dem Porträt sein könnte, dass bis 1982 im Schloss Fikensolt bei Westerstede hing. Bei der ersten öffentlichen Präsentation des Porträts im Cloppenburger Museumsdorf am Freitag grenzte Horst-Günter Lucke, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, den Kreis der hochadligen Damen ein. Die von der Stiftung für Kunst und Kultur der Stadt Westerstede beauftragte Düsseldorfer Kunsthistorikerin Dr. Silke Köhn käme bei der kunsthistorischen Bewertung des Gemäldes auf die These, dass es sich bei der Dargestellten um die Schwiegertochter des Grafen Anton Günther, Charlotte Amélie de la Trémoïlle handele.

Die 1652 in Thouars in der Bretagne geborene Charlotte Amélie stammte aus einem bedeutenden französischen Adelsgeschlecht und heiratete am 29. Mai 1680 Anton I. von Aldenburg. Schon Ende der 50-er Jahre habe der ehemalige Direktor des Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Dr. Walter Müller-Wulckow, diese Vermutung geäußert, so Lucke.

Dr. Heike Düselder, Projektleiterin der Ausstellung, untermauerte diese These. Die Familie von Waddewarden, die zur Entstehungszeit des Bildes das Schloss Fikensolt bewohnte, hätte sich weder ein Gemälde in dieser Größe und Qualität ins Haus holen können, noch hätten sie das Porträt einer Person aufgehängt, zu der keine familiäre Verbindung bestand.

Die aufwendige Restaurierung des großformatigen Gemäldes übernahm die Oldenburgerin Anja Rauch zusammen mit Thomas Marschall, Chefrestaurator vom Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Prof. Uwe Meiners, Direktor des Cloppenburger Museumsdorfes, forderte ein bewussteres Herausstellen der Region. Herausragendes kulturhistorisches Gut der Region könne nur in gemeinsamer Anstrengung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Manfred Hüniken, Vorsitzender der Stiftung Kunst und Kultur in Westerstede, freute sich, dass das Porträt im Rahmen der Dauerausstellung „Adel auf dem Lande“ im Haus Arkenstede für die nächsten sechs Monate einen würdigen Platz fand. Für die weitere Zukunft haben schon zahlreiche Museen aus dem Nordwestdeutschen Raum ihr Interesse bekundet, so Hüniken. Endgültig bekomme das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gemälde in dem Landsitz der Jaspers-Hochkamp-Stiftung in Westerstede seinen Platz.

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