Diepholz /Lohne Vor mehr als 2000 Jahren ist der alte Bohlenweg „Pr 6“ in Diepholz gebaut worden. „Die Menschen haben ihn in der späten Eisenzeit genutzt, um das schmale aber lange Moorgebiet zu überqueren – damals schon mit Wagen, wie Funde von Rädern und Wagenteilen belegen“, erklärte Dr. Marion Heumüller, Moorarchäologin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, am Montagnachmittag an der Ausgrabungsstätte.

Seit wenigen Wochen finden am Ossenbecker Moorweg in Diepholz wieder archäologische Ausgrabungen statt. „Insgesamt graben wir in den nächsten drei Jahren ein 520 Meter langes Stück des insgesamt vier Kilometer langen Weges aus“, so die Moorarchäologin. Direkt an Ort und Stelle kann der Bohlenweg aufgrund des anhaltenden Torfabbaus jedoch nicht erhalten werden. Deshalb wird er ausgegraben und abgebaut.

Für die Grabungen werden von der in Vechta ansässigen Grabungsfirma „denkmal3D“ neueste Dokumentationsmethoden eingesetzt. Durch 3D-Ansichten soll eine virtuelle Wiederauferstehung des Bohlenweges möglich gemacht werden.

Die Wissenschaftler wollen die Ergebnisse ihrer Ausgrabungen erlebbar machen und den Bohlenweg rekonstruieren. Geplant sind eine ein Kilometer lange „Moorloipe“ sowie eine Aussichtsplattform. Von dort soll ein Stück natürlich erhaltener Moorfläche, die sogenannte „Heile-Haut-Fläche“, überblickt werden können. Am Rand der „Moorloipe“ soll es in Zukunft Informationen über die kulturhistorische Bedeutung des Weges, den Lebensraum Moor und dessen Bedeutung für den Klimaschutz vermittelt werden.

Der Bohlenweg „Pr 6“ zählt zu den längsten Nordwestdeutschlands. Die Ausgrabungen sind Teil des Projektes „Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg im Aschener/Heeder Moor“ das vom Verein „Naturpark Dümmer“ getragen wird und mithilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mehrer Förderer finanziert wird. Auch lokale Institutionen wie das Industriemuseum Lohne und das Dümmer-Museum Lembruch unterstützen das Projekt. Knapp 700 000 Euro werden investiert, wie Detlef Tänzer, „Naturpark Dümmer“-Geschäftsführer am Montag sagte. Bereits im September dieses Jahres beginnt der erste Bauabschnitt von „Moorloipe“ und Aussichtsplattform.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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