Bad Zwischenahn Samstagabend, 22.43 Uhr. In der Wandelhalle in Bad Zwischenahn sind alle Augen auf die Bühne gerichtet, die in gleißendes Scheinwerferlicht getaucht ist. Gleich verkündet „Let‘s Dance“-Juror Joachim Llambi, der die Gala mit Ines Klemmer (Miss Germany 1991 und Queen of the World 1992) leitet, die Siegerin der Miss 50 plus Germany.

Wenige Stunden vorher. Im Raum Ostfriesland hinter dem Festsaal herrscht geschäftiges Treiben. Es ist 17.15 Uhr. Noch tragen die Kandidatinnen bequeme Alltagskleidung. An einem langen Schminktisch werden sie nacheinander an sechs Plätzen geschminkt. Gesichter werden gepudert, Lidschatten wird aufgetragen, um Schlupflider zu kaschieren, und Lockenstabwellen werden mit Spray fixiert.

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Kandidatin Eva Möller-Westman sitzt mit ein paar anderen Kandidatinnen in einer kleinen Runde und plaudert. „Ich bin hier spontan hineingeraten, habe mich erst zwei Stunden vor Ende der Bewerbungsfrist angemeldet“, sagt die 53-Jährige aus dem hessischen Langen, die gebürtig aus Bückeburg in Niedersachsen kommt. „Für mich ist das alles hier ein Abenteuer .“

An drei langen Kleiderstangen hängen ordentlich aufgereiht zahlreiche Kostüme und Abendkleider in den unterschiedlichsten Farben. Viele sind mit Strasssteinen oder Pailletten besetzt. Sie glitzern und funkeln bereits um die Wette. Vier Läufe wird es geben – zwei davon, die in den eigenen Kleidern, werden von einer zwölfköpfigen Jury bewertet.

„Die Nervosität steigt – es ist wirklich spannend“, sagt Marion Ellendorff. „Ich habe überall Blasen an den Füßen – die Pflaster, die ich vorher gekauft habe, waren wirklich eine gute Idee“, sagt die 55-jährige Oldenburgerin. Sie hat sich in einen dicken Plüschmantel gehüllt. „Mir ist kalt vor Aufregung. Bislang habe ich heute nur zwei Brötchenhälften gegessen.“

Wie aufs Stichwort verkündet eine Mitarbeiterin, dass im Vorraum nun ein Büfett bereitstehe. Es ist 18.10 Uhr. Noch zwei Stunden. Und noch ist die Stimmung entspannt. Auf den Tischen, die im Raum verteilt sind, stehen zahlreiche Wasserflaschen. Die Teilnehmerinnen, die bereits in der Maske waren, sitzen in Grüppchen zusammen und reden. Einige blicken auf ihre Smartphones. Doch je weiter sich die Zeiger drehen, desto angespannter wird die Atmosphäre. Eine Kandidatin föhnt sich noch kurz ihre Haare. Gegenseitig wird das Make-up betrachtet, werden sich schnelle Tipps gegeben. Es ist 19.30 Uhr. Das Umziehen beginnt und die Tür zum Raum wird geschlossen.

Dann erscheinen die Scheinwerfer in der Wandelhalle. Mittlerweile ist es 20.29 Uhr. Der erste Lauf beginnt. Alle Teilnehmerinnen meistern ihn mit Bravour. Auch der zweite Walk im eigenen Business-Outfit gelingt.

Ein Blick hinter die Kulissen verrät: Nun folgen die eigenen Abendkleider. Während viele Kandidatinnen bereits umgezogen sind und in ihren funkelnden Kleidern zur Beruhigung hin und her laufen, ist Marion Ellendorff noch barfuß unterwegs. „Ich habe Blasen und Druckstellen.“ Doch es hilft nichts. Sie schnürt sich ihre silbernen Riemchenpumps zu, lässt sich ihr Dekolleté mit Glitzerpuder abdecken. Dann geht es wieder ins Scheinwerferlicht.

Auch die weiteren Hürden nehmen die Teilnehmerinnen, bis sich die Jury für fünf Finalistinnen entschieden hat. „Ich habe mein Ziel erreicht“, sagt Marion Ellendorff und lacht glücklich. Sie ist im Finale „Ich freue mich, egal was jetzt passiert.“

Ein letztes Mal an diesem Abend betritt sie mit den vier weiteren Finalistinnen die Bühne, nachdem die anderen Teilnehmerinnen ihren Verabschiedungslauf absolviert haben. Die Spannung steigt. Joachim Llambi verkündet die Entscheidung.

Evelyn Reißmann steht im grellen Scheinwerferlicht auf der Bühne, reißt die Arme hoch und kann ihr Glück kaum fassen. Sie hat den Titel gewonnen. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagt die 52-Jährige aus Sachsen, die bereits vor zwei Jahren an der Misswahl teilgenommen hatte. Ein Blitzlichtgewitter prasselt auf die Siegerin, die Zweitplatzierte Eva Möller-Westman und Marion Ellendorff ein. Die Oldenburgerin ist Dritte geworden: „In zwei Jahren bin ich wieder dabei. Ich bin happy.“ Und Eva Möller-Westman ergänzt: „Ich bin wirklich stolz.“

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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