Prinzhöfte In der Halle riecht es fast schon stechend nach gekochtem Ei. Maschinen rattern. Daneben türmen sich Paletten mit Eiern. Ein Greifarm hebt diese auf ein Laufband. Nacheinander laufen die Eier durch die Farbstraße. Dabei rotieren sie um die eigene Achse, für den klassischen Marmor-Effekt.

Etwa eine Million bunter Eier laufen bei der Waden GmbH in Prinzhöfte (Samtgemeinde Harpstedt/Kreis Oldenburg) vor Ostern vom Band – wie in anderen Färbereien herrscht dort Hochbetrieb. 40 Angestellte arbeiten zurzeit in der Produktion, normalerweise sind es 15. Die fünf Färbemaschinen laufen rund um die Uhr. In der Nachbarhalle stapeln sich die Kartons mit bunten Eiern. Innerhalb von 48 Stunden sollen sie beim Kunden sein. Deutschlandweit beliefert der Mittelständler Supermarktketten, Discounter, Bäcker und Markthändler.

Immer mehr Hersteller

Bunt gefärbte Eier bietet der Einzelhandel das ganze Jahr fürs Picknick oder die Brotzeit an. Auch Weihnachten, Halloween oder zu Fußball-Weltmeisterschaften kann man Eier mit passenden Motiven kaufen. Doch das Hauptgeschäft machen die Färbebetriebe zu Ostern. Die Nachfrage steigt, doch auch die Zahl der Hersteller in Deutschland nimmt zu. „Der bunte Markt ist unter Druck“, sagt Waden-Geschäftsführer Holger Runden.

Der Appetit der Bundesbürger auf Eier steigt nach Angaben der Marktinfo Geflügel & Eier (MEG) seit Jahren. Im vergangenen Jahr aß jeder durchschnittlich 231 Eier, 2012 waren es noch elf weniger. Die deutschen Geflügelhalter können den Bedarf nicht decken. Im vergangenen Jahr legten ihre Hennen 12,7 Milliarden Eier, verbraucht wurden 18,6 Milliarden. Deshalb importieren Handel und Industrie seit jeher Ware aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden.

Erzeugercode überlagert

„Vor Ostern haben wir die absatzstärkste Woche im Jahr“, sagt MEG-Expertin Margit Beck. Die Legehennenhalter in Niedersachsen sind bei der Eierproduktion bundesweit führend und auf die große Nachfrage eingestellt. „Die Halter planen ihre Einstallungen so, dass zu Ostern viele Tiere im Stall sind“, sagt Dieter Oltmann von der niedersächsischen Geflügelwirtschaft. Nach Ostern ersetzen sie die alten Hennen durch junge Tiere, die anfangs weniger Eier legen.

Allein die Waden GmbH, die auch eigene Ställe besitzt, muss in der Zeit vor Ostern 50 Prozent der Eier zukaufen. Diese stammen alle aus Bodenhaltung. Doch woher genau, kann der Verbraucher nicht mehr direkt nachvollziehen. Die Farbe überlagert den Erzeugercode, den alle Frischeier tragen müssen. Die Farbe verschließt aber auch die Poren der Schale. Dadurch sind die bunten Eier länger haltbar als die Ungefärbten.

Verbraucher schützen

Verbraucherschützer empfehlen den Käufern jedoch, unbedingt auf Risse und Dellen in der Schale zu achten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Schalen oft beschädigt seien, sagt die Lebensmittelexpertin der niedersächsischen Verbraucherzentrale, Brigitte Ahrens. „Dann kann man die natürlich nicht mehr so lange lagern.“ Ein blaugrüner Rand um den Dotter ist dagegen kein Grund zur Beunruhigung: Dieser entsteht, wenn die Eier zu lange gekocht wurden. Den Geschmack beeinträchtigt das nicht.

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