Wilhelmshaven /Bremen Tatenlos rumsitzen möchte Chris-Manuel Horn aus Wilhelmshaven nicht. Also fasste der 18-Jährige eine wahnwitzige Idee: Um seinem kranken Freund Kenny zu zeigen, dass er an seine Genesung glaubt, streift sich Horn ab Sonnabend für zwei Tage ein Tiger- und ein Dinosaurierkostüm über und macht sich zu Fuß auf den Weg nach Bremen. Sein Ziel: 114 Kilometer für die Freundschaft zurücklegen.

Zwei Tage unterwegs

Im Internet hat Horn die Strecke durchgerechnet: 23 Stunden und sieben Minuten wird der FSJler im Oldenburger Land unterwegs sein. Zwei Tage hat er dafür vorgesehen. Am ersten Tag möchte er von Wilhelmshaven über Dangast nach Oldenburg laufen. Der zweite Tag wird ihn über Ganderkesee und Delmenhorst nach Bremen zum Neurologischen Rehazentrum in Friedehorst führen, in dem sein Freund Kenny an seiner Genesung arbeitet.

Die Idee kam Horn spontan. „Mir kam der Einfall eines Abends. Jetzt möchte ich diese Tour durchziehen, für Kenny“, sagt der 18-Jährige. Die beiden jungen Männer lernten sich vor vier Jahren in der Schule kennen. Das gemeinsame Hobby Parkour, also sich möglichst effizient von A nach B zu bewegen, verband die beiden. Im vergangenen Jahr dann der Schicksalsschlag. Bei einem Verkehrsunfall wurde Kenny so schwer verletzt, dass er ins Wachkoma fiel. Vor acht Wochen ist Kenny wieder aufgewacht und lernt nun das Bewegen und Sprechen neu. „Er macht erste Fortschritte. Ich möchte ihm mit meiner Aktion zeigen, dass nichts unmöglich ist. Ich möchte ihm ein Vorbild sein“, sagt Horn.

Mit Parkour hat Horn zunächst aufgehört. Er möchte erst wieder anfangen, wenn Kenny mit dabei ist. „Selbst im Rollstuhl bekommen wir das zusammen hin“, ist sich der 18-Jährige sicher. Für seine Aktion erntete der Wilhelmshavener schon im Voraus viel positive Resonanz. Immer wieder würden ihm Menschen im Alltag alles Gute für seinen Lauf wünschen. Im Tiger- und Dinosaurierkostüm laufe er, weil er darauf stets gutes Feedback bekomme. Zum ersten Mal streifte er den Tiger bei seinem ersten Halbmarathon in Bremen über. Seitdem ist die Kostümierung so etwas wie Horns „Markenzeichen“.

Nicht alleine

Einsam wird sich der 18-Jährige auf den 114 Kilometern kaum fühlen. Sein bester Freund Marlon wird ihn dabei auf dem Fahrrad begleiten. Auch seine Mutter und begeisterte Langstreckenläuferin wird ihm an verschiedenen Wegpunkten die nötige Motivation mitgeben.

Angst vor der Distanz hat er nicht: Seit seinem siebten Lebensjahr hat sich Horn dem Laufsport verschrieben. Es liege der Familie im Blut, sagt er. Früher habe er an Landesmeisterschaften teilgenommen.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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