Oldenburg Der erste Preis bei einem Wettbewerb höherer Schulen in der Region hat Sabine Kunath einst Mut gemacht, „bildende Kunst“ an der Oldenburger Pädagogischen Hochschule zu studieren, Lehrerin und danach Malerin zu werden. Wertvolle Hilfe waren dabei Fortbildungen bei Künstlerinnen in Bremen und Basel.

Ihre Ausstellung in der Oldenburger NWZ-Galerie an der Peterstraße zeigt nun Bilder von 2009 bis 2016. Sie sind strikt abstrakt, auch wenn gelegentlich Titel „Wege“ andeuten. Damit sind Farbverbindungen und Formenfolgen gemeint, die die Bildfläche durchziehen.

Sabine Kunath geht beim Malen von einer Stimmung aus, die sie mit einfachen Pinselstrichen einer Farbe umsetzt. Mit weiteren Farben ergibt sich ein Farbklang, der in allen ihren Bildern hell, leicht und fröhlich erscheint.

Auch wenn mehrere Bilder von ähnlichen Farbverbindungen ausgehen, entwickeln sich unterschiedliche Kompositionen. Dies geschieht weil die Flächenformen in ihrer Größe variieren und die Künstlerin wiederholt spontan in den Aufbau des Bildes eingreift, indem sie freie Linien zieht, Flächen übermalt oder mit kleinen Schraffuren akzentuiert und mit Tropfen flüssiger Farbe manche Partien der Kompositionen beunruhigt.

So spontan und emotional diese Arbeitsweise auch ist, Sabine Kunath nutzt alle Eingriffe, um die Kompositionen zu vertiefen, wenn ältere Flächen von neuen Schichten überlagert werden, ohne die frühere Farbgebung völlig zu beseitigen.

Am deutlichsten wird diese Methode beim Weiß zur Geltung gebracht: In etlichen Werken drängt sich das Weiß „vorlaut“ ins Bildzentrum wie ein Licht, das die Farbflächen um sich herum überstrahlen will. Dann aber wird das Weiß mit weiteren weißen Schichten, vielleicht auch mit leichtem Grau oder linearen Strukturen überzogen, so dass seine Ausstrahlung gemildert und der Kraft der umgebenden Farbflächen angepasst wird.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen drei Arbeitsgruppen: Kleine Quadrate, in denen die anfangs flächenhaft gesetzten Farbtöne variiert und wiederholt werden, so dass scheinbare Farbstufen der flächigen Komposition Räumlichkeit verschaffen.

Die zweite Gruppe rückt Gedichte von Rainer Maria Rilke ins Bild. Die Künstlerin hat nach ihrem ersten Farbauftrag Verse ausgewählt und sie dann als Textelemente spiegelverkehrt als selbstständige Strukturgruppe eingesetzt.

Die dritte Gruppe heißt „Steinern“. Sie spielt mit verschiedenen Möglichkeiten, dem Motiv „Stein“ auf assoziative Weise näher zu kommen. Mal wird eine Form zu einem dichten Brocken gerundet, so dass das Bild des Felsens naheliegt.

Die Werke von Sabine Kunath sind noch bis Ende März in der NWZ-Galerie an der Peterstraße zu besichtigen.

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