BREMERHAVEN Ein fast vergessenes Kapitel der Erderforschung wird derzeit in Bremerhaven beleuchtet: Das Theaterstück „Koldeweys Polarfahrt“ setzt sich mit der ersten deutschen Arktisexpedition auseinander, von der Kapitän Carl Christian Koldewey vor 140 Jahren zurückkehrte. Der Clou der Aufführung – Premiere war am Montagabend – ist ihr Ort: Die freie Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ nutzt mit der hölzernen Jacht „Grönland“ Koldeweys Original-Expeditionsschiff als Bühne und Kulisse.

„Koldeweys Polarfahrt“ kommt zunächst eher getragen-sachlich voran. Regisseur und Autor Jens-Erwin Siemssen erzählt im geschlossenen Bogen seine Geschichte, gestützt auf die Erinnerungen Koldeweys, die mit dem Kauf der „Grönland“ beginnen und mit der Rückkehr von der Eisfahrt nach Bremerhaven enden. Den Spielraum unter diesem Bogen füllt die Schauspielgruppe – Roberto Widmer als Koldewey und die „Besatzungsmitglieder“ Meri Kovisto, Yvonne van den Akker, Birgit Wieger und Nikolas Knauf – mit Enthusiasmus, Ausdruckskraft und nahezu artistischem Können. Während die Sonne hinter der „Grönland“ versinkt, nimmt die Truppe die Zuschauer in der Abendkälte mit auf eine faszinierende Reise zum weißen Ende der Welt.

Das Deck und die Takelage der „Grönland“ als authentische Kulisse erleichtern den gedanklichen Wechsel zwischen der Realität am Hafen und der schauspielerischen Fiktion. Schnelle Handgriffe machen aus den Segeln der „Grönland“ Eisbären, Eisberge und Walrösser, Wellen und wallenden Nebel. Im Duett mit der kriechenden Kälte bringen die Schauspieler das Publikum programmgemäß zur eisigen Geschichte zum Frösteln. Aber die Zuschauer klatschen nicht nur in die Hände, um sich die Finger zu wärmen. Sie sind begeistert.

Infos zu weiteren Aufführungen: www.das-letzte-kleinod.de

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