Wacken Horden schwarz gekleideter Fans rocken zu dröhnenden Bässen, trinken Bier in Strömen und liefern sich Schlammschlachten auf den Campingplätzen. Die schleswig-holsteinische 2000-Seelen-Gemeinde Wacken ist derzeit wieder Hauptstadt der harten Musik. Von Donnerstag bis Samstag findet dort mit 75 000 Besuchern das nach Veranstalterangaben weltgrößte Metal-Festival statt, das Wacken Open Air.

Auf der Bühne stehen Bands wie Annihilator, Grave Digger und Megadeth. Während sie getreu dem Festival-Motto „harder, faster, louder“ ihre Gitarren heulen lassen, recken die Fans vor der Bühne ihre Hände in die Höhe und formen mit zwei Fingern die Hörner des Teufels, den „Metal-Gruß“. Wer gerade nicht zum Konzert geht, vertreibt sich die Zeit mit Trinkspielen oder Schlammschlachten.

Sechs Bier in sechs Sekunden

Inoffiziell hat die Feierei bei Deutschlands wohl größtem Heavy-Metal-Event in Wacken schon am Mittwochnachmittag begonnen – mit dem Auftritt des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Wacken („W.O.A. Firefighters“) und dem Nachwuchswettbewerb „Metal Battle“.

Erwartet werden bis Samstag rund 75 000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt in der schleswig-holsteinischen Provinz. Bisher mussten alle Bierfässer mit schweren Lastwagen angekarrt werden. Sie zerstörten den Boden, machten ihn matschig. Dank der Leitung, sollen sechs Bier in sechs Sekunden gezapft werden können.

Infos: www.wacken.com.de

150 Bands erwartet

Eröffnet hatten die Wacken-Urgesteine der Band Skyline am Donnerstag das Heavy-Metal-Spektakel mit dem ersten Konzert auf einer der Hauptbühnen. Weitere Highlights des ersten Tages sollten die Auftritte von Status Quo, Europe, Accept und Napalm Death werden.

Das bis Samstag dauernde Festival mit rund 150 Bands ist zum zwölften Mal in Serie ausverkauft. Weitere Höhepunkte der 28. Auflage des „Wacken Open Air“ sind die geplanten Konzerte von Alice Cooper, Marilyn Manson und Megadeth.

Der Wahnsinn macht auch vor der Wackener Kirche nicht Halt: Am Mittwochabend lud die evangelische Gemeinde zum Metal-Gottesdienst ein. Als ein Gospelchor „Engel“ von Rammstein anstimmte, brachen die 250 Besucher in Jubel aus. Als am Ende der Andacht der letzte Ton der Orgel verklungen war, ließ sogleich der dröhnende Sound einer Bassgitarre das Gotteshaus erbeben – die Metal-Band Aeverium spielte zum Konzert.

Aus Sicherheitsgründen gilt auf dem Festivalgelände wie im Vorjahr ein Rucksack- und Taschenverbot. An den Zugängen zum Festivalgelände gibt es Kontrollen.

Für einige Besucher ist die Teilnahme wegen einiger Zwischenfälle bereits wieder vorbei. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Körperverletzung und zweier Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Einen Randalierer, der sein Festivalbändchen nicht abgeben wollte, nahm die Polizei in Gewahrsam.

Entspannte Anwohner

Angesichts eines Bierverbrauchs von rund 400 000 Litern setzen die Veranstalter erstmals in diesem Jahr auf eine Bier-Pipeline. „Dadurch müssen auf dem Gelände keine Fässer mehr mit schweren Lastwagen verteilt werden“, hatte W:O:A-Veranstalter Holger Hübner erklärt. Auch die Anwohner der kleinen Gemeinde Wacken haben sich auf das Festival eingestellt. Viele bieten Betten an, verkaufen Kaffee oder Snacks – oder beobachten das Spektakel vom Straßenrand.

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