Wilhelmshaven Zehn Vorderräder stehen auf dem Kopf, drehen sich, und Tonabnehmer leiten rhythmisch knackige Geräusche an Lautsprecher weiter. Dia-Geräte als Scheinwerfer projizieren die Räder dann als Schatten an die Wand der Kunsthalle Wilhelmshaven – Bild, Bewegung, Geräte und elektrische Vorgänge verbindet Karen Geyer aus Zürich auf diese Weise zu einem mechanischen Ballett.

Glitzerkugeln drehen sich, Ketten hängen herab, schleifen auf Metallplatten, ihr minimales Geräusch wird im Lautsprecher zu einem rhythmischen Grummeln aufgebauscht, während der Glitzereffekt der Kugeln den Installationsraum in eine Flockenwolke verwandelt. Karen Geyer gelingen überraschende und beeindruckende Wirkungen. Dabei legt sie auch offen, welch technischer Aufwand dafür nötig ist. Zu sehen ist die Schau noch bis zum 1. April.

Unter dem Titel „Odyssee“ hat der Augsburger Maler und Zeichner Georg Bernhard (Jahrgang 1929) in der Galerie am Stall in Hude eine Auswahl seiner Zeichnungen und Drucke bis zum 10. März ausgestellt. Er illustriert nicht, doch ist aus dem Mit- oder Gegeneinander der Figuren die Situation der berühmten antiken Personen zu erkennen.

Formal geht es dem Künstler um eine enge Verbindung von mattfarbenem Grund und Figuren, die linear aufgebaut werden, transparent erscheinen und ihre skelettöse Struktur erkennen lassen. Der Mythos nimmt vorübergehend Gestalt an und verschwindet dann wieder im literarischen Grund.

Der niederländische Grafiker Ben Joosten (Jahrgang 1931) arbeitet in der Galerie Wildeshausen mit alten Lettern des Buchdrucks, mit denen er seine Figuren und Szenen zusammensetzt. Die Buchstaben entwickeln dabei ein überraschendes Eigenleben, als Teil einer Figur verlieren sie vorübergehend ihre ursprüngliche Bedeutung. Dieses Wechselspiel von Letter und Figurenteil gibt der Grafik viel Spannung – zu sehen ist die Schau bis zum 15. März.

Malen Künstler Zitronen (Till Warwas), gelbe Kornfelder (Klaus Fußmann) oder Sonnenuntergänge am Meer (Puck Steinbrecher), dann brauchen sie Gelb, das laut Titel der Ausstellung in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn für Hoffnung steht.

14 Künstlerinnen und Künstler zeigen jetzt noch bis zum 7. April jeweils Werke mit dieser Hoffnungsfarbe, deren Ausstrahlung das Blühen und Reifen im Kreislauf des Jahres und den Lichtwechsel am Morgen und Abend ausdrückt. Wie einzelne Bilder, etwa von Katharina Lichtenscheidt oder Ralph Peschat andeuten, hat auch Gelb eine enorme Breite an Variationen; sie auszukosten, sind Ziel und gleichzeitig auch Vergnügen dieser Ausstellung.

Vor mehr als 100 Jahren wurde der Maler Gerhard Georg Krüger geboren, höchste Zeit also, an ihn zu erinnern, da er, nach dem Krieg nach Oldenburg gekommen, die lokale Kunstszene und nicht zuletzt den Bund bildender Künstler nachhaltig mitgeprägt hatte.

Er gehörte zusammen mit Adolf Niesmann, Reinhard Pfennig und Werner Tegethof zu den Wortführern der Oldenburger Künstler. Sein Werk, Öl- und Pastell-Malerei, entwickelte sich zunächst in der Beschäftigung mit Arbeitsprozessen an der hiesigen Küste, später dank zahlreicher Besuche des Mittelmeerraums. Hier verband er in seinen Bildern die Eindrücke von Landschaft, Meer, Licht und Atmosphäre in sensiblen farblich fein abgestuften Pastellbildern.

Zu sehen sind Georg Krügers Werke im Oberlandesgericht Oldenburg noch bis zum 28. März.

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