Oldenburg Besucherzahlen sind zwar nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts, vor allem ein Jahresrückblick. Die beiden Leiter des Oldenburger Edith-Russ-Hauses jedenfalls – Edit Molnar und Marcel Schwierin – haben 2016 offenbar alles richtig gemacht. Sie konnten die Zahlen für das kleinste der drei städtischen Museen um 22 Prozent steigern. Immerhin um rund 1000 auf 6431 Besucher. Für die anderen beiden wurden „leichte“ Einbußen vermeldet.

Gleichwohl sprach Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jürgen Krogmann am Mittwoch im Stadtmuseum von einer „sehr stabilen Situation“. Insgesamt 27 kuratierte Ausstellungen wurden gezeigt. Das Horst-Janssen-Museum zählte 26 483 Besucher – im Vorjahr knapp über 30 000 –, das Stadtmuseum 18 790.

Dass in dieser Liste zudem die fast 23 000 „virtuellen Besucher“ der Online-Schau „Vermessen – Oldenburger Karten und Pläne“ aufgeführt sind, kommt nicht von ungefähr. Damit deutet sich ein Trend an, dem die Museen künftig stärker folgen sollen: der Digitalisierung. Gleich neben einem zweiten Trend: der Teilhabe. Beides sind auch die Schwerpunkte von Museumsdirektorin Dr. Nicole Deufel, die sich mit neuen Formaten stärker an den Besuchern orientieren will.

Jedes Museum soll ein „Haus für alle sein“, betonte Krogmann. Erstes Beispiel dafür ist die Beteiligung der Bürger bei dem geplanten Umbau des Stadtmuseums, für den jetzt eine Machbarkeitsstudie erstellt werde.

Das Programm der drei Häuser im Einzelnen:

 Horst-Janssen-Museum

Mit Partituren, die wie Kunstwerke aussehen, startet das Horst-Janssen-Museum (4. Februar bis 30. April), wie die wissenschaftliche Leiterin, Jutta Moster-Hoos, ankündigte. Die Ausstellung „Sound goes Image“, bei der Besucher selbst Klänge produzieren können, wurde gemeinsam mit einer Musikwissenschaftlerin konzipiert.

Die Künstlerin und Kuratorin Helene von Oldenburg wirft im Anschluss (13. Mai bis 17. September) einen unkonventionellen Blick auf das Werk Janssens. Sie präsentiert mit leichten Interventionen die Sammlung Blessin, die 2016 für 1,5 Millionen Euro angekauft werden konnte. Eine Schau mit dem neuen Grafikpreisträger bildet im Oktober den Abschluss.

Dass diesmal kein großer, zugkräftiger Name der Kunstgeschichte im Programm auftaucht, sollte nach Ansicht von Jutta Moster-Hoos nicht überraschen. Das sei schon aus finanziellen Gründen nicht jedes Jahr möglich. Aber für 2018 liefen die Planungen.

 Stadtmuseum

Andreas von Seggern startet im Stadtmuseum bunt – mit einer Schau zum 75. Geburtstag von Otmar Alt (22. Januar bis 26. Februar), der für seine farbkräftigen Fantasiegestalten bekannt ist. Im Anschluss ist „Höchste Eisenbahn“ (2. April bis 3. September). Die Schau ist eine Kooperation mit dem Museumsdorf Cloppenburg zu 150 Jahre Zugverkehr in Oldenburg.

Neben dem Förderpreisträger der Öffentlichen Versicherungen im Frühjahr präsentiert sich im Herbst der BBK Oldenburg zum 70-jährigen Bestehen mit einer Jubiläumsausstellung (17. September bis 15. Oktober). Von Oktober an sind schließlich Fotografien der beiden Bildreporter Günter Nordhausen und Peter Kreier zu sehen – beide waren jahrzehntelang für diese Zeitung tätig –, die Oldenburg in den Fokus nehmen.

 Edith-Russ-Haus

Ihren Besucherzuwachs erklären sich die Leiter des Edith-Russ-Hauses mit der verstärkten Ausrichtung auf gesellschaftspolitische Themen. Den Anfang macht eine internationale Gruppenschau mit 20 künstlerischen Positionen (2. Februar bis 19. März/„Past is Not Post“) zum Thema Geschichte und Gedächtnis. Mit Transsexualität beschäftigt sich die nächste Schau (6. April bis 18. Juni/„Wild – Transgender and the Communities of Desire“), deren Finissage am 17. Juni mit dem Christopher Street Day Nordwest zusammenfällt.

Eine Multimedia-Schau über den Zustand der Meere (6. Juli bis 24. September) wird der deutsch-italienische Videokünstler Armin Linke entwickeln, für die er Interviews mit Wissenschaftlern in der Region führt. Und schließlich richtet sich der Blick nach Polen, zu einer Kooperation mit dem Museum Sztuki in Lodz und Künstlern aus Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn (12. Oktober bis 14. Januar).

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.