Hamburg Mit einem Besucherrekord ist das Hamburger Filmfest zu Ende gegangen. 50 000 Zuschauer haben die Vorführungen der 23. Festivalausgabe besucht, wie die Veranstalter am Sonntag berichteten. Im vergangenen Jahr waren es 48 000. „Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder einen schönen Besucherzuwachs beim Filmfest Hamburg verzeichnen können und sogar erstmalig die 50 000er Besuchermarke erreichen konnten“, teilte Festivalchef Albert Wiederspiel am Sonntag mit. „Ein tolles Ergebnis für einen sehr gelungenen Festivaljahrgang!“

Das Filmfest, zu dem auch das an vier Abenden im September ausgetragene Binnenalster Filmfest sowie das Michel Kinder- und Jugendfilmfest gehören, hatte bis Samstagabend rund 170 Produktionen aus etwa 50 Ländern präsentiert. Die Komödie „Das brandneue Testament“ von Jaco van Dormael mit Kinostar Catherine Deneuve in einer Nebenrolle eröffnete den zehntägigen Filmreigen, die iranisch-deutsche Koproduktion „Paradise“ - das Spielfilmdebüt von Regisseur Sina Ataeian Dena - beendete ihn.

Ebenfalls am letzten Abend stand die Preisverleihung an. Der Film „Mustang“ über fünf pubertierende Türkinnen gehörte zu den Gewinnern. Der erste Spielfilm der franko-türkischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven geht für Frankreich in den Wettbewerb um den Auslands-Oscar. Beim Filmfest an der Elbe zeichneten ihn die Juroren mit dem Art Cinema Award aus. Der Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung für den politischen Film ging an den schwedischen Dokumentarfilmer Magnus Gertten für sein Werk „Every Face Has A Name“ über KZ-Überlebende, die im April 1945 im Hafen von Malmö ankamen.

Als Gewinner des Preises der Hamburger Filmkritik kürten die Juroren Gabriel Mascaro für „Neon Bull“ (Brasilien/Uruguay/Niederlande). Den NDR Nachwuchspreis sicherte sich Regisseur Guillaume Senez für „Keeper“ (Belgien/Frankreich/Schweiz). Das Publikum stimmte für den Dokumentarfilm „Nice People“ (Karin af Klintberg, Anders Helgeson) über somalische Flüchtlinge in Schweden, die als erstes Team für ihre afrikanische Heimat bei einer Bandy-Weltmeisterschaft - einem Eishockey-Vorläufer - antraten.

Insgesamt fünf Ehrungen wurden am letzten Festivalabend vergeben. Bereits vor der Abschlussveranstaltung hatten die Veranstalter den Gewinner des Michel Filmpreises gekürt: den niederländischen Beitrag „Kleine Gangster“ von Arne Toonen über einen Jungen, der gemobbt wird und nach einem Umzug seinen Vater als Mafiaboss ausgibt. Die Hamburger Produzentenpreise für die TV-Tragikomödie „Frauen“ und das Kino-Psychodrama „One Floor Below“ waren schon am Freitagabend überreicht worden.

Der Gesamtwert der Preise beim Hamburger Filmfest beträgt 90 000 Euro, die wichtigste Auszeichnung aber ist undotiert: der Douglas-Sirk-Preis, den sich Frankreichs Kinostar Deneuve gleich am Eröffnungsabend in dem Stadtstaat abholte.

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