+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 5 Minuten.

Neue Bundesregierung
Karl Lauterbach wird Gesundheitsminister

Hamburg Träumer haben es gut. Wenn das Leben zu langweilig, anstrengend oder vielleicht auch nur befremdlich ist, entziehen sie sich einfach der Realität, indem sie zu Superhelden werden auf ihrem ganz eigenen Stern. Walter Mitty (Ben Stiller) ist so ein Fantast, der schon mal die Welt rettet, während er auf die U-Bahn wartet. Ben Stiller hat die Kurzgeschichte von James Thurber (1894–1961) aus dem Jahr 1939 als wahnwitzig-optimistische Fabel inszeniert – mit sich selbst als Tagträumer, der über sich hinaus wächst – und das ganz real.

Seit Jahren arbeitet Walter als Fotoredakteur bei dem Kult-Magazin „Live!“. Ansonsten verzieht er sich am liebsten in seine penibel aufgeräumte Wohnung, regelt die Finanzen und den Konzertflügeltransport für seine Mutter (Shirley MacLaine) und versucht per Online-Partneragentur Kontakt zu seiner Kollegin Cheryl (Kristen Wiig) aufzunehmen – letzteres ohne Erfolg.

Das führt dazu, dass er in ständigem Telefonkontakt zu dem Portal-Mitarbeiter Todd (Patton Oswalt) steht, der ihn das ganze knapp zweistündigen Abenteuer lang begleitet. Das ist urkomisch, da Walter zu Beginn in seinem Profil für die Partneragentur keinerlei außergewöhnliche Erlebnisse oder Eigenschaften auflisten kann, Todd ihn im Laufe des Films aber an den entlegensten Orten bei den ungewöhnlichsten Aktionen erreicht.

Doch der Reihe nach: Eines Tages verkünden unsympathische Anzugträger, dass das Magazin künftig nur noch online erscheinen wird, die letzte Printausgabe aber das Nonplusultra werden soll. Dumm nur, dass das Titelfoto des legendären, aber auch eigenbrötlerischen Fotografen Sean O’Connell (Sean Penn), für das Walter verantwortlich ist, verschwunden ist.

Plötzlich nimmt Walter all seinen Mut zusammen und macht sich auf die Suche nach dem rastlosen Weltenbummler Sean O’Connell – und startet in das Abenteuer seines Lebens, das ihn nach Grönland und Island und schließlich bis in das Himalaya-Gebirge führt.

Stillers Remake des Komödienklassikers von Danny Kaye aus dem Jahr 1947 entpuppt sich im Laufe des Films als eine turbulente und witzige und zugleich liebevolle Geschichte über einen unverbesserlichen Tagträumer, der über sich hinauswächst.

„Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ist ein charmanter Film, der trotz allem Aktionismus seiner Hauptfigur alles andere als laut daher kommt, sondern melancholisch optimistisch. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Walter und Cheryl köchelt zwar auf Sparflamme. Doch genau damit beweist Stiller die Zurückhaltung, die auch seinem Protagonisten zu eigen ist. Ein schönes Märchen, in dem Stiller alle Möglichkeiten des Filmischen elegant und unterhaltsam ausschöpft.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.