BERLIN Mit scheuen Küssen und halbherzigen Rangeleien ist es bei „Twilight“ ab sofort vorbei. Hormone und Action gewinnen im dritten Film „Eclipse – Biss zum Abendrot“ deutlich an Fahrt. Nach dem eher enttäuschenden Vorgänger „New Moon“ und dem mit Edwards Heiratsantrag wohl überflüssigstem Cliffhanger der Filmgeschichte geht es endlich zur Sache.

Bella Swan (Kristen Stewart) steuert unausweichlich mit ihrem Vampir (Robert Pattinson) Richtung Traualtar. Während sich die Schülerin noch mit dem Verlust ihrer Jungfräulichkeit beschäftigt, droht wieder ein schier übermächtiger Gegner das Liebespaar auseinanderzureißen.

Nach den US-Amerikanern Catherine Hardwicke und Chris Weitz hat beim dritten Film der „Twilight“-Saga erstmals ein Europäer auf dem Regiestuhl Platz genommen. Der Einfluss des Briten David Slade wird gleich in der düster-gruseligen Anfangssequenz von „Eclipse“ deutlich, als ein junger Mann (Xavier Samuel) Opfer der bösen Vampirin Victoria (Bryce Dallas Howard) wird.

Untote Vegetarier

Sein Talent zum Schocken hatte Slade vor vier Jahren mit seinem Kinodebüt „Hard Candy“ demonstriert. In dem Psychothriller bringt eine 14-Jährige (Ellen Page) einen vermeintlichen Pädophilen in ihre Gewalt und will ihn unter Folter zu einem Geständnis zwingen. In seinem zweiten Werk „30 Days of Night“ hatte Slade dann eine Horde hungriger Vampire auf Josh Hartnett gehetzt.

Der actionreiche dritte Roman von Bestsellerautorin Stephenie Meyer kommt Slades Talenten entgegen. Noch zögert Bella, dem altmodischen Drängen Edwards auf eine Hochzeit vor dem ersten Sex nachzugeben. Außerdem vermisst sie ihren guten Freund Jacob (Taylor Lautner), der als Werwolf Erzfeind der Vampire ist.

Schon bald müssen die untoten Vegetarier des Cullen-Clans und die Werwolf-Ureinwohner von Forks aber die gegenseitige Abscheu überwinden. Vampirin Victoria hat eine Armee neugeborener Blutsauger geschaffen und will mit der Ermordung Bellas den Tod ihres Gefährten im ersten Teil rächen.

„Eclipse“ ist der bisher beste Film der Saga. Slade treibt die Handlung voran, nimmt sich dabei aber auch Zeit für zwischenmenschliche Momente und die im Buch beschriebenen Rückblicke auf die Vampirwerdung von Rosalie und Jasper.

Spätfolge der WM

In manchen Momenten wirkt der Film aber etwas gehetzt und episodenhaft; die Actionszenen sind dagegen im Großen und Ganzen gelungen. Allerdings fällt es oft schwer, den Figuren ihre in den Romanen geschilderte übermenschliche Schönheit, Schnelligkeit und Stärke auf der Leinwand abzunehmen.

Wegen der Fußball-WM kommen deutsche „Twilight“-Fans erst spät in den Genuss des neuen Films. In den meisten Ländern war er bereits am 30. Juni angelaufen und hat in den ersten Tagen schon 280 Millionen US-Dollar eingespielt. Nur noch ein Roman steht jetzt zur Verfilmung aus. Zwar wird er auf zwei Filme verteilt, der erste Teil von „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht“ läuft aber erst am 24. November 2011 in Deutschland an.

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