New York Eine Serie über Todesfälle durch häusliche Gewalt gegen Frauen hat der US-Lokalzeitung „The Post and Courier of Charleston“ einen Pulitzer-Preis eingebracht. Das Blatt gewann den begehrten Journalistenpreis am Montag in der Kategorie Dienst an der Öffentlichkeit. Daneben wurden unter anderen die überregionalen Blätter „New York Times“, „Wall Street Journal“, „Washington Post“ und „Los Angeles Times“ geehrt.

An der preisgekrönten Reportage-Serie der „Post and Courier of Charleston“, die nur eine Auflage von 84 000 hat, wirkten die Journalisten Doug Pardue, Glenn Smith, Jennifer Hawes und Natalie Caula Hauff mit. Sie gingen der Frage nach, warum in South Carolina mehr Frauen in häuslichen Gemeinschaften umgebracht wurden als in jedem anderen Staat der USA. Verlegerin P.J. Browning sagte, die Redaktion habe daran geglaubt, etwas ändern zu können. Tatsächlich setzte Gouverneurin Nikki Haley danach eine Untersuchungskommission ein.

Den Pulitzer-Preis für investigative Berichterstattung teilt sich die „New York Times“ mit dem „Wall Street Journal.“ Eric Lipton von der „Times“ wurde für einen Artikel gewürdigt, der den Einfluss von Lobbyisten auf Generalstaatsanwälte beleuchtet. In das Projekt habe er neun Monate Recherchearbeit gesteckt, sagte er. Es sei wichtig, dass Blätter wie die „Times“ nach wie vor dazu bereit seien, enorme Ressourcen für solche Projekte bereitzustellen.

Das „Wall Street Journal“ wurde für einen Investigativbericht über Ungereimtheiten bei der Krankenversicherung Medicare geehrt. Dazu verschafften die Redakteure den Patienten Zugang zu ihren eigenen Daten. Zu Tage gefördert worden seien Informationen, die Washington den Amerikanern habe vorenthalten wollen, sagte Chefredakteur Gerard Baker.

Für ihre Berichterstattung über den Ebola-Ausbruch in Westafrika holte die „New York Times“ auch einen Pulitzer für internationalen Journalismus sowie einen weiteren Preis für Fotografie.

Die „Los Angeles Times“ wurde in der Sparte Feature für einen Artikel über die Folgen der Dürre in Kalifornien ausgezeichnet. Der Pulitzer für die beste aktuelle Berichterstattung ging an die „Seattle Times“ für Artikel nach einem Erdrutsch mit 43 Todesopfern im US-Staat Washington und die Frage, ob die Katastrophe hätte verhindert werden können.

Auch eine der aufsehenerregendsten US-Geschichten im vergangenen Jahr - die tödlichen Polizeischüsse auf Michael Brown in Ferguson - war bei der Verleihung ein Thema. Das Blatt „St. Louis Post-Dispatch“ gewann in der Sparte aktuelles Foto.

Eine Premiere feierte Bloomberg News: Die Nachrichtenagentur holte einen Pulitzer für ein Erklärstück zur Steuerflucht von Unternehmen. Die „Washington Post“ siegte in der Kategorie Nationale Reportage mit einem Bericht über peinliche Pannen beim Secret Service.

In der Kategorie Belletristik gewann Anthony Doerrs Drama „All the Light We Cannot See“ die begehrte Auszeichnung. Parallel erzählt er die Geschichte eines blinden französischen Mädchens und eines jungen deutschen Soldaten zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs.

Die von einstigen Verleger Joseph Pulitzer geschaffenen Preise werden seit 1917 vergeben. Die Gewinner der Kategorie Dienst an der Öffentlichkeit erhalten Goldmedaillen, die anderen Preise sind mit 10 000 Dollar dotiert.

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