Berlin (dpa) - Als Schauspieler Ulrich Matthes (59) erfahren hat, dass er einen Schönheitschirurgen spielen könnte, hat er nach eigenen Worten erstmal gelacht. Aber "der Eduard" sei keine Klischeefigur.

"Er ist in seinen sympathischen wie unsympathischen Seiten absolut widersprüchlich", sagte Matthes vor kurzem dem Berliner Stadtmagazin "Zitty". Das Stück "Westend" ist nun am Freitagabend am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt worden. Geschrieben hat es Autor Moritz Rinke ("Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel"). Es fängt damit an, dass Eduard mit seiner Frau Charlotte in ein neues Haus zieht. Er träumt davon, dort in Zukunft "Grauburgunder und Oliven" zu servieren.

Plötzlich taucht ein Freund aus alten Zeiten auf, der als Arzt in Libyen und Afghanistan war. Wenn Michael erzählt, wie er beim Auslandseinsatz Kindern die Beine amputiert hat, heißt es von Eduard ausweichend: "Charlotte, schenk doch noch mal nach". Drumherum ein Bühnenbild aus hellen, kahlen Wänden.

"Westend" stehe für ihn als Synonym für eine Gesellschaft, "die immer noch glaubt, so weiterleben zu können wie bisher", erklärt Rinke im Programmheft. Das Stück wechselt zwischen Kriegserzählung und Akkuschrauberstreit, erzählt von Seitensprüngen und menschlicher Unsicherheit.

Man weiß als Zuschauer nicht, ob man sich mit den sechs Figuren zum Abendessen verabreden oder lieber weglaufen wollte. Das Stück ist laut Autor angelehnt an Goethes "Wahlverwandtschaften" und erinnert etwas an "Der Gott des Gemetzels". Das Publikum feiert die Uraufführung mit Applaus. Manche mehr, manche weniger. Beim Rausgehen lobt eine Frau das "zauberhafte Ende".

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