HAMBURG Sie hatten gerade einmal sechs Jahre Zeit, um Musik-Geschichte zu schreiben. Doch die schrieben sie – und was für eine. The Doors waren die Band der ausgehenden 60er Jahre, lieferten den Soundtrack zu drogengeschwängerten Partys von Hippies, Vietnam-Kriegsgegnern und aufbegehrenden Studenten. Der frühe Tod von Frontmann Jim Morrison ließ ihn sowie die Band zur Legende werden.

Fast 20 Jahre nach dem beeindruckenden Oliver-Stone-Film „The Doors“ mit Val Kilmer in der Rolle Morrisons legt nun Regisseur Tom DiCillo seine ebenso eindrucksvolle Dokumentation „The Doors: When You’re Strange“ vor.

DiCillo („Echt blond“, „Living in Oblivion“) montiert ausschließlich Originalmaterial aus den 60ern und 70ern, darunter viele dokumentarische Konzertausschnitte, Band-Proben, einige szenische Aufnahmen Morrisons sowie Politisch-Historisches. Die mittlerweile zum Doku-Standard gehörenden Interviews prominenter Zeitgenossen vor dunklem Hintergrund sucht man vergebens, vermisst man aber auch nie. Stattdessen lässt DiCillo die Bilder sprechen und Hollywoodstar Johnny Depp, der Informationen ebenso wie Interpretationen des Filmemachers liefert.

DiCillo zeichnet den Werdegang der Band vor dem Hintergrund des US-Trauma-Jahrzehnts: Die Morde an John F. Kennedy und Martin Luther King, der immer stärkere Rassenkonflikt, der Vietnam-Krieg, die Proteste der Jugend, die sich mehr und mehr von der Väter-Generation abwendet – all das bildete ideale Voraussetzungen für den Aufstieg der Doors.

Die 86-minütige Doku, konventionell chronologisch erzählt, zeigt eindringlich, wie die Band als Kollektiv funktionierte und durch die Präsenz Morrisons zu ungeahnten Höhen geführt wurde, wie sie sich zunehmend gesellschaftspolitisch artikulierte und zum Feindbild des konservativen Amerika wurde, wie sie aber auch unter Morrisons Exzessen litt und daran auch so gut wie zerbrach. Sein früher Tod 1971 im Alter von nur 27 Jahren erscheint fast zwangsläufig.

Die Legende Doors und die Legende Morrison leben durch den Film weiter.

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