Wilhelmshaven /Großenkneten Als Gitarrist der Neue-Deutsche-Welle-Band Trio wurde er in den 1980er Jahren weltweit bekannt. Nun ist Kralle Krawinkel im Alter von 66 Jahren gestorben, berichtet die Website von Ex-Bandkollege Stephan Remmler.

Kralle Krawinkel wurde am 21. April 1947 als Gert Franz Alexander Krawinkel in Wilhelmshaven geboren. Mitte der 1960er gründete er in Bremerhaven seine erste Band The Vampyrs. Es folgte die Band Mac Beats, in der Stephan Remmler sang und die sich später in Just Us umbenannte. Mit Just Us gelangen Krawinkel erste Achtungserfolge. Unter anderem spielte die Band zwei Wochen im berühmten Hamburger Star Club. 1969 löste sich die Band auf. Krawinkel arbeitete daraufhin als Lehrer und spielte Gitarre in verschiedenen Bands, unter anderem bei den Emsland Hillbillies.

1979 unternahm er einen erneuten Versuch, ins kommerzielle Musikgeschäft einzusteigen und gründete in Großenkneten (Kreis Oldenburg) gemeinsam mit Stephan Remmler und Peter Behrens (Schlagzeug) die Band Trio, die sich zu den bekanntesten Vertretern der Neuen Deutschen Welle entwickelte. Ihr Lied „Da, da, da“ wurde zum Welthit und verkaufte sich rund 13 Millionen Mal.

1986 löste sich die Band auf, um Kralle Krawinkel wurde es still. 1989 siedelte er von Großenkneten nach Berlin um und arbeitete mit dem befreundeten Musiker Wilfried Szyslo an einem Soloalbum, für das Rio Reiser Krawinkels Texte vom Englischen ins Deutsche übersetzte. Nena wirkte als Duettpartnerin mit. Das Album entpuppte sich jedoch als ein Flop.

Eine angedachte Wiedervereinigung von Trio in den 1990er Jahren zerschlug sich. Die musikalischen Differenzen zwischen Remmler und Krawinkel seien zu groß gewesen, erinnert sich Schlagzeuger Behrens in seiner 2013 erschienenen Biografie „Der Clown mit der Trommel“.

Zuletzt betrieb Krawinkel ein Musikstudio in seiner Wahlheimat Spanien in der Nähe von Sevilla. Einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicherte er sich 1998, indem er auf seinem Pferd die weltweit längste Reitwanderung von Sevilla nach Hamburg unternahm. Aus der Musik hatte er sich zu diesem Zeitpunkt weitgehend zurückgezogen und ging seinen Hobbys, Westernreiten und Olivenzucht, nach.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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